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22:02 24.11.2020
In der Paketbranche ist das Ausbildungsplatzangebot groß. Fotos: Gabbert/dpa

Im Büromanagement sind es schon 18 Ausbildungsplätze, die bei der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) bereits für das kommende Jahr in der Lehrstellenbörse verzeichnet sind. 13 weitere nicht besetzte Plätze kommen noch aus dem laufenden Jahr hinzu. In der Lagerlogistik sind es beides zusammengerechnet 43 und bei den Kaufleuten im Einzelhandel sogar 67 offene Ausbildungsplätze, die auf Interessenten warten, obwohl die Saison noch gar nicht begonnen hat. „Wir sind bislang gut durch die Krise gekommen und ich hoffe, es wird auch so bleiben“, sagt IHK-Geschäftsführer Bildung Wolfgang Spieß.

Dass Brandenburg beim Thema Ausbildung zumindest bis dato eher milde von Corona betroffen war, zeigt auch die kürzlich publizierte Bilanz der Regionaldirektion der Arbeitsagentur. Demnach betrug die Zahl der gemeldeten Lehrstellen landesweit in der Saison 2019/2021 immerhin 13 755 und damit nur 377 weniger als in der Vorsaison. „Mein Dank gilt den vielen Brandenburger Unternehmen, die auch in dieser sehr schwierigen Zeit eine gute Ausbildung anbieten und damit jungen Menschen eine berufliche Perspektive eröffnen“, sagte der brandenburgische Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD).

Natürlich hat die Pandemie ihre Wirkung auch auf dem Ausbildungsmarkt in Brandenburg gezeigt – aber wesentlich verhaltener als anderswo. Für das laufende Jahr verzeichnete die IHK für ihren quasi die westliche Hälfte des Landes umfassenden Zuständigkeitsbereich 2427 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge. Gut neun Prozent weniger als 2019, aber bundesweit war ein Minus von rund einem Siebtel zu beklagen. Bei allem, was mit Bringdiensten zu tun hat, also Logistik und Transport oder auch in der Finanz- und Versicherungsbranche rechnet Spieß ebenso für die kommende Ausbildungssaison mit einem stabilen, wenn nicht wachsenden Ausbildungsplatzangebot. Defizite seien dagegen in den Metall-, Veranstaltungs- und Touristikbranchen sowie besonders in der Hotellerie und Gastronomie zu erwarten, wo es schon derzeit ein Drittel weniger Ausbildungsangebote gegeben habe als noch zum Vergleichszeitpunkt 2019. Zuwächse gab es nicht nur im Verkehrsbereich oder in der Versicherungsbranche sondern auch beim Bau.

Für die endgültig im Frühjahr startende neue Ausbildungssaison rät Spieß jugendlichen Interessierten einerseits zu Flexibilität bei der gewünschten Branche, aber andererseits auch bei der Region. Der gewünschte Ausbildungsplatz liege vielleicht nicht unmittelbar im Heimatort.

Insgesamt sei allerdings Brandenburg als Flächenland bezüglich der Sparten gut aufgestellt. In den Berufsinformationscentern der Arbeitsagenturen oder auch den Lehrstellenbörsen der IHK gebe es umfassende Beratung auch online. Zudem seien Lehrer an den Schulen ansprechbar hinsichtlich der Ausbildungsperspektiven – besonders in wirtschaftlichen und technischen Fächern. Von Gerald Dietz


Handwerk startet wieder durch

Auch das Handwerk wurde in seinen Ausbildungsbestrebungen erheblich von der Pandemie beschränkt. Dennoch zeigten sich die meisten Gewerke als wirtschaftlich stabil und ausbildungsbereit. „So wie es dem Handwerk eigen ist, steckten Unternehmer den Kopf nicht in den Sand, sondern starteten nach den Lockerungen durch“, sagt Andreas Körner-Steffens, Abteilungsleiter Berufsbildung der Handwerkskammer Potsdam (HWK). So bietet die Ausbildungsbörse der HWK derzeit über 800 freie Lehr- und 200 Praktikastellen für das laufende Ausbildungsjahr an. Wer eine Ausbildung sucht, findet optimale Voraussetzungen. Die Karriereperspektiven sind besser denn je. Die HWK unterstützt bei der Suche sowohl Ausbildungsinteressierte als auch Unternehmen.
   

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