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23:13 24.11.2020
In der Logistik von Paket- und Bringdiensten ist das Ausbildungsplatzangebot groß. Fotos: Gabbert/dpa

Im Büromanagement sind es schon 25 Ausbildungsplätze, die bei der Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK) bereits für das kommende Jahr in der Lehrstellenbörse verzeichnet sind. Im Konstruktionsmanagement gibt es 23 Stellen, wozu noch sieben nicht besetzte aus der laufenden Saison hinzukommen. Auch der Einzelhandel sucht für 2021 bereits zwölf neue Auszubildende. „Trotz der Schwierigkeiten in diesem Corona-Jahr ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt viel besser als erwartet. Aktuell verzeichnen wir 1505 neu abgeschlossene betriebliche Verträge, lediglich 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr“, sagt der Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, Marcus Tolle.

Dass Brandenburg beim Thema Ausbildung zumindest bis dato eher milde von Corona betroffen war, zeigt auch die kürzlich publizierte Bilanz der Regionaldirektion der Arbeitsagentur. Demnach betrug die Zahl der gemeldeten Lehrstellen landesweit in der Saison 2019/2021 immerhin 13 755 und damit nur 377 weniger als in der Vorsaison. „Mein Dank gilt den vielen Brandenburger Unternehmen, die auch in dieser sehr schwierigen Zeit eine gute Ausbildung anbieten und damit jungen Menschen eine berufliche Perspektive eröffnen“, sagt der brandenburgische Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD).

Natürlich hat die Pandemie ihre Wirkung auch auf dem Ausbildungsmarkt in Brandenburg gezeigt – aber wesentlich verhaltener als anderswo. Nicht nur die unter anderem für den Landkreis Dahme-Spreewald zuständige IHK Cottbus verzeichnete nur vergleichsweise geringe Rückgänge bei Ausbildungsplätzen. Auch die quasi für die gesamte westliche Hälfte Brandenburgs zuständigen Partner der IHK Potsdam registrierten 2427 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, gut neun Prozent weniger als 2019 – aber bundesweit war ein Minus von rund einem Siebtel zu beklagen.

Bei allem, was mit Bringdiensten zu tun hat, also Logistik und Transport oder auch in der Finanz- und Versicherungsbranche rechnet der Geschäftsführer Bildung bei der IHK Potsdam Wolfgang Spieß ebenso für die kommende Ausbildungssaison mit einem stabilen, wenn nicht wachsenden Ausbildungsplatzangebot. Defizite seien dagegen in den Metall-, Veranstaltungs- und Touristikbranchen sowie besonders in der Hotellerie und Gastronomie zu erwarten, wo es im Bereich der IHK Potsdam schon derzeit ein Drittel weniger Ausbildungsangebote gegeben habe als noch zum Vergleichszeitpunkt 2019. Zuwächse gab es nicht nur im Verkehrsbereich oder in der Versicherungsbranche, sondern auch beim Bau.

Für die endgültig im Frühjahr startende neue Ausbildungssaison rät Spieß jugendlichen Interessierten zu Flexibilität bei der gewünschten Branche, aber andererseits auch bei der Region. Der gewünschte Ausbildungsplatz liege vielleicht nicht unmittelbar im Heimatort.

Insgesamt sei allerdings Brandenburg als Flächenland bezüglich der Sparten gut aufgestellt, betonte Wolfgang Spieß. In den Berufsinformationscentern der Arbeitsagenturen oder auch den Lehrstellenbörsen der IHK gebe es umfassende Beratung auch online. Zudem seien Lehrer an den Schulen ansprechbar hinsichtlich der Ausbildungsperspektiven – besonders in wirtschaftlichen und technischen Fächern.

Nach wie vor große Bedeutung hat bei der Ausbildungswahl von Schulabgängern das familiäre Umfeld. Rund 80 Prozent der Jugendlichen hätten laut einer Umfrage der IHK vom vergangen Sommer angeben, hier wichtige Anregungen und Informationen zu bekommen, so Spieß. Dabei spielen nicht nur die Eltern eine Rolle, sondern auch Angehörige aus dem weiteren Umfeld mit ihren jeweils eigenen Erfahrungen in verschiedenen Berufen. Von Gerald Dietz


Handwerk startet durch

Viele Sparten stabil in der Ausbildung

Auch das Handwerk wurde in seinen Ausbildungsbestrebungen erheblich von der Pandemie begrenzt. Die damit verbundenen Einschränkungen hemmten nicht nur im Vorfeld die berufliche Orientierung für Eltern und ihre Kinder, sondern auch den Bewerberauswahlprozess in den Betrieben.

Dennoch zeigten sich die meisten Gewerke als wirtschaftlich stabil und ausbildungsbereit. „So wie es dem Handwerk eigen ist, steckten Unternehmer den Kopf nicht in den Sand, sondern starteten nach den Lockerungen durch“, sagt Andreas Körner-Steffens, Abteilungsleiter Berufsbildung der Handwerkskammer Potsdam (HWK).

So bietet die Ausbildungsbörse der HWK in Potsdam derzeit über 800 freie Lehr- und 200 Praktikastellen für das laufende Ausbildungsjahr an. Bei den in der Ausbildungssaison 2019/2020 der Arbeitsagentur in Brandenburg gemeldeten Lehrstellen landeten an handwerklichen Berufen Kfz- und sonstige Mechatroniker, Elektroniker sowie Industriemechaniker unter den ersten Zehn. Die meisten Bewerber für handwerkliche Berufe gab es hier für KFZ-Mechatroniker, Tischler und Industriemechaniker.

Wer eine Ausbildung im Handwerk sucht, findet hier auch weiter optimale Voraussetzungen. Die Karriereperspektiven sind nach Kammerangaben besser denn je. Die HWK unterstützt bei der Suche sowohl Ausbildungsinteressierte als auch Unternehmen nach Kräften.
  

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