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Zukunft im altehrwürdigen Komplex

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Die Schulleiterin Christiane Jacob inspiziert schon einmal ihre neue Wirkungsstätte. FOTO: ULRICH HANSBUER

Akademie für Gesundheitsberufe zieht in alte Luckenwalder Schule

Wo ihr neues Büro ist, weiß  sie schon. ,,Da unten rechts", sagt Christiane Jacob und zeigt auf eines der Fenster des renovierten Altbaus. Spätestens im April nächsten Jahres will sie ihre neuen Räume dann beziehen. „Wir freuen uns alle riesig, dass es jetzt bald losgeht in unserem neuen Schulgebäude", meint die Leiterin der Schule für Gesundheitsberufe in Luckenwalde, die von den KMG-Kliniken betrieben wird.

„Wir freuen uns alle riesig.“
Christiane Jacob, Leiterin der Schule für Gesundheitsberufe

An der 139 Jahre alten Luckenwalder Schule "Freiherr von Stein" wurde am 23. Juni 2021 der Grundstein für die neue Schule gelegt. In das altehrwürdige Gebäude, das seit 2005 leer stand, zieht im nächsten Jahr die Akademie für Gesundheitsberufe ein, die derzeit im Krankenhaus aus allen Nähten platzt. Bauherr ist die Stadt, künftiger alleiniger Mieter werden die KMG-Kliniken sein.

Die Gesamtinvestition liegt bei 6,4 Millionen Euro und wird zu großen Teilen aus Fördermitteln finanziert. Die Stadt hatte sich gemeinsam mit Trebbin und Nuthe-Urstromtal am Stadt-Umland-Wettbewerb beteiligt und so flossen 4,52 Millionen Euro an europäischen Mitteln und weitere 1,29 Millionen Euro an Städtebaumitteln in die Pflegeschule. Hinzu kam noch ein städtischer Anteil von 630 000 Euro.

,,Im Zentrum aller Bemühungen steht die Ausbildung der Pflege - und damit auch die Pflegenden selbst", sagte Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) bei der Grundsteinlegung: „Die hier entstehende Akademie für Pflegeberufe ist weit mehr als Klatschen vom Balkon." Denn das neu gebaute, kubusartige, moderne Gebäude, das liebevoll mit dem altehrwürdigen Gebäude der renovierten Freiherr von Stein-Schule von dem Berliner Architekturbüro kleyer.koblitz.letzel.freivogel verbunden wurde, ist der ideale Ort, um den Beruf zu erlernen.

„Wir finden hier alles vor, um die Schüler auf die Pflegeberufe vorzubereiten", sagt Schulleiterin Christiane Jacob: ,,Ein modernes und großzügiges Ensemble, das Lernen unter besten Bedingungen ermöglicht."

Auch dass kein Krankenhaus in unmittelbarer Nähe ist, sei für die Schüler eigentlich von Vorteil. „Denn die andere Umgebung - und das mitten in der Stadt - bietet eine weitere Abwechslung zwischen Praxis und Theorie", so die Schulleiterin bei einem Besuch an der neuen Wirkungsstätte: „Wir können trotzdem die Standortnähe zum Klinikum nutzen und in den Stundenplan einbauen."

Insgesamt werden nach dem Umzug über 110 Auszubildende von über zehn Lehrfachkräften in insgesamt sieben Klassen unterrichtet. Auch die 26 neuen Auszubildenden in der generalistischen Pflegeausbildung am KMG Klinikum Luckenwalde, die Anfang Oktober ihre Ausbildung angefangen haben, freuen sich bereits auf den Umzug im kommenden Jahr, weiß die Schulleiterin zu erzählen. Insgesamt erhöhte sich damit die Gesamtzahl der KMG-Auszubildenden in der generalistischen Pflegeausbildung auf nunmehr 73 Schüler. Die generalistische Pflegeausbildung dauert drei Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Sie gliedert sich in den theoretischen Unterricht, der in Zukunft in dem alten und modernen Gebäude-Ensemble stattfindet, sowie in Praxisphasen, die überwiegend am KMG Klinikum Luckenwalde absolviert werden, aber auch bei ausgewählten externen Kooperationspartnern stattfinden. So lernen die Auszubildenden die Vielfältigkeit des Pflegeberufs kennen.

Die KMG-Kliniken in Luckenwalde bilden Menschen in verschiedenen Berufen aus, beispielsweise als Pflegefachfrau/-mann, Altenpflegehelfer, Operationstechnischer und Chirurgisch-Technischer Assistent. ,,Dies sind alles Berufe mit Zukunft, die mehr als sonst gebraucht werden, bei denen man nicht Angst haben muss, dass man seinen Beruf morgen wieder wechseln muss, und die innerhalb der Sparte viel Abwechslung bringen", sagt Schulleiterin Christiane Jacob.

Unter dem Motto „So viel Bildung braucht Pflege" wird auch in Zukunft in dem neuen Gebäudekomplex gelehrt. Im Mittelpunkt der Arbeit stehe die Ausbildung in Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen, aber auch Veranstaltungen in der Fort- und Weiterbildung sollen angeboten werden. "Wir werden die Räume auch für Ärztefortbildungen nutzen", meint Christiane Jacob. Aber die KMG-Bildungsakademie will auch für interessierte Bürger, die in der Familie einen Pflegefall haben, Kurse anbieten. Das Haus soll sieben Tage die Woche benutzt werden. "

Mit 3D-Kameras, im sogenannten einer Skills-Lab, zentralen Trainingseinheit, in der spezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten praktisch vermittelt werden, und anderen modernsten Lehrmitteln wird in den neuen Räumen in Zukunft Pflege gelehrt. „Wir freuen uns riesig auf das Gebäude und wollen das Haus mit Leben füllen", so Christiane Jacob. 2500 Stunden pro Jahr werden die Schüler in der Praxis verbringen, 2100 Stunden in der Theorie. Wer einen Ausbildungsplatz im Zukunftsfeld Pflege sucht, der findet mitten in Luckenwalde in dem neuen Gebäudekomplex das ideale Umfeld. Ulrich Hansbuer