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Mehr Bedeutung für Bildung im Alter

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Teilhabe: Bildung. FOTO: GETTY IMAGES/ ISTOCKPHOTO/ FI

Seniorenorganisation kritisiert, dass Untersuchungen das Thema ignorieren

In einer Gesellschaft mit wachsendem Anteil von Menschen in reiferen Jahren kommt der Bildung im Alter zentrale Bedeutung zu. Sie ist Schlüssel gleichberechtigter Teilhabe und ermöglicht es, gesellschaftliche und individuelle Herausforderungen zu meistern. Öffentliche Untersuchungen über Umfang und Qualität wie der Nationale Bildungsbericht befassen sich indes im Wesentlichen nur mit der Bildung von Menschen im erwerbsfähigen Alter.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (Bagso) kritisiert diese Nichtbeachtung der älteren Generationen. Zumal entsprechende Berichte für sich in Anspruch nehmen, eine systematische Bestandsaufnahme des gesamten Bildungssystems in Deutschland zu sein. „Diese kolossale Fehleinschätzung ist Ausdruck dafür, dass Bildung im Alter bisher nicht als bildungs- und gesellschaftspolitisch relevante Aufgabe erkannt und ernst genommen wird", so die Bagso-Vorsitzende Regina Görner.

Weil entsprechende Berichte Bildung im Alter nicht thematisieren, würden sie auch keine Grundlage für politisches Handeln geben. Dieses ist nach Ansicht der Bagso indes dringend erforderlich. Ziel müsse sein, in allen Kommunen Bildungsangebote zu schaffen, die die vielfältigen Lebenslagen und Interessen älterer Menschen berücksichtigen. Im Positionspapier ,,Bildung im Alter - für alle ermöglichen" ruft die Bagso Bund, Länder und Kommunen dazu auf, eine Nationale Strategie für Bildung im Alter zu entwickeln. "Wer möchte, dass ältere Menschen sich gesundheitsbewusst verhalten, die digitale Transformation mitgehen, sich gesellschaftlich engagieren und als Bürgerinnen und Bürger gut informiert an Gesellschaft und Politik partizipieren, muss nachhaltige, gut finanzierte und qualifizierte Bildungsstrukturen schaffen", so Görner.

Damit solche Untersuchungen künftig auch Bildung im Alter angemessen darstellen können, fordert die Bagso, dass die Bundesregierung eigene regelmäßige bundesweite Umfragen zur Bildung im Alter auflegt. Betrachtet werden müssten dabei nicht nur formale, sondern auch non-formale und informelle Bildungsaktivitäten bis ins höchste Alter. gd