Menü
Anmelden
Wetter heiter
26°/15°heiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg

Home
13:10 23.04.2021
Zum schützenden Piks muss erst einmal die Anfahrt organisiert werden. Fotos: Marijan Murat/dpa; dpa

Die Impfung gegen das Corona-Virus besonders von Menschen in reiferen Jahren ist nach Startschwierigkeiten in vollem Gange. Vielfach geht sie bei Pflegebedürftigen, die in einer entsprechenden Einrichtung wohnen, vor Ort über die Bühne. Ältere Menschen, die in den eigenen vier Wänden leben, müssen aber oft zu einem Impfzentrum oder injizierenden Ärzten und die Fahrt dorthin selbst organisieren.

Besonders in bevölkerungsarmen Regionen kann das zu komplizierten und weiten Anreisen führen, die für Menschen im fortgeschrittenen Alter nicht einfach mit Bus und Bahn zu bewältigen sind. Kommen Bewegungseinschränkungen hinzu, bleibt – wenn kein eigenes Auto oder entsprechend ausgerüstete Angehörige zur Verfügung stehen – oft nur das Taxi. Können Betroffene die Taxikosten nur schwierig aufbringen, ist es hilfreich, wenn die Krankenkasse sie übernimmt. Das ist aber nicht automatisch der Fall. Ob Krankenkassen die Fahrtkosten tragen, entscheiden sie selbst, heißt es seitens der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Denn „nach aktueller Rechtslage ist nicht klar, ob es sich dabei um eine Krankenkassenleistung handelt“, so Sprecher Jann Ohlendorf. Die UPD berät nach rechtlicher Vorgabe – finanziert durch den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) – Patienten kostenlos und unabhängig davon, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind.

Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen hat demnach zwar empfohlen, dass die Kassen die Kosten für bestimmte Personengruppen übernehmen. Verpflichtend ist das allerdings nicht. Laut der Empfehlung sollen Krankenkassen für gesetzlich Versicherte, die pflegebedürftig oder in der Mobilität eingeschränkt sind, die Taxikosten zum Impfzentrum übernehmen.

In Brandenburg ist dafür laut Ohlendorf Voraussetzung, dass eine ärztliche Verordnung für eine Krankenfahrt zum nächsten Impfzentrum vorliegt. Diese ärztliche Verordnung können Betroffene auch weiterhin telefonisch beantragen. Eine gesonderte Genehmigung der Krankenkasse ist dann vielfach nicht erforderlich. Sie gilt als erteilt, wenn weitere Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört, dass die Betroffenen einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“ haben oder mindestens in den Pflegegrad 3 eingestuft wurden.


"Nach aktueller Rechtslage ist nicht klar, ob es sich dabei um eine Krankenkassenleistung handelt."

Jann Ohlendorf, Unabhängige Patientenberatung


Weiterhin ist erforderlich, dass die Schutzimpfung nicht durch ein mobiles Impfteam oder durch anderweitige Maßnahmen der Bundesländer sichergestellt wird. Informationen dazu erhalten Betroffene bei den betreffenden Corona-Hotlines.

Andere Bundesländer haben laut UPD eigene Möglichkeiten vorgesehen, Fahrten zu den Impfzentren zu organisieren. So bietet Berlin demnach für Senioren ab 80 Jahren einen kostenlosen Taxitransfer an, sofern sie einen Impftermin vereinbart haben. Versicherte, die sich die Fahrtkosten zum Impfzentrum erstatten lassen möchten, sollten am besten im Vorfeld bei ihrer Krankenkasse erfragen, ob sie generell diese Kosten übernimmt, empfehlen die Patientenberater. Gerald Dietz

1
/
2