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Home Sonderthemen Potsdam Wie ein große Familie
08:56 28.12.2018
Ein liebevoll gestalteter Platz Hospiz Hermannswerder für kleine Besucher. FOTOS: BRIGITTA SONNTAG

Von Brigitta Sonntag    
  
Wir kochen was Gutes, denkt Hauswirtschafterin Andrea Wolf laut. Weihnachtsvorbereitungen im Hospiz auf Hermannswerder sind geschäftig wie überall und doch ganz anders. Ein Haus der Sterbebegleitung und das Fest der Geburt des Christkindes? „Wir – unsere Gäste und wir als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – wissen, wie kostbar jeder Moment des Lebens ist. Als Christen ist Weihnachten für uns ein wichtiges Fest, das wir gut vorbereiten und gemeinsam feiern“, erklärt Bettina Jacob, Hospiz- und Pflegedienstleiterin des Evangelischen Hospizes Potsdam.

Und eins wird dabei ziemlich schnell klar: Viele helfen mit, damit dieses so besondere Fest für die Gäste des Hospizes gelingt. Die Vorbereitungen beginnen mit der Adventszeit. Das Haus mit dem lichtdurchfluteten Flur wird mit Tannengrün, Krippen und bunten Kugeln geschmückt. Kekse werden gebacken und wer möchte und körperlich dazu in der Lage ist, kommt in die große Gemeinschaftsküche – das Naschen ist ausdrücklich erlaubt. Gibt es einen Tannenbaum? „Mindestens zwei“, antwortet Bettina Jacob lächelnd und verweist darauf, dass dies Spenden von Potsdamer Unternehmen sind. Die Rotarier der Landeshauptstadt kommen sogar hierher, um den Baum zu schmücken.

Ein Ort der Erinnerung: Viele der Sterne, die an Verstorbene erinnern, tragen letzte Grüße und kleine Zeichnungen.
Ein Ort der Erinnerung: Viele der Sterne, die an Verstorbene erinnern, tragen letzte Grüße und kleine Zeichnungen.
Bettina Jacob (l.) leitet das Hospiz in Hermannswerder. Neben ihr stehen Schwester Sylvia und Hauswirtschafterin Andrea Wolf.
Bettina Jacob (l.) leitet das Hospiz in Hermannswerder. Neben ihr stehen Schwester Sylvia und Hauswirtschafterin Andrea Wolf.

Einer der Höhepunkte der Adventszeit ist der Weihnachtsmarkt an der Inselkirche Hermannswerder. Stets ist ein Stand direkt vor der Tür des Hospizes, damit die Gäste ohne lange Wege teilhaben können. Berührend und intensiv ist jedes Jahr das weihnachtliche Hauskonzert des Vocalkreises Potsdam. An anderen Tagen kommt der Musiker Matthias Jacob ins Haus, um Weihnachtsmusik zu spielen. Die Türen der acht Zimmer gehen weit auf und wer möchte, singt oder summt mit oder hört einfach nur zu.

Und dann ist er da, der Weihnachtsabend. Am Nachmittag halten Pfarrerin Elisabeth von Goldbeck oder Ehrenamtskoordinator Hans-Peter Schilling eine Andacht. „Danach decken wir eine große Tafel, denn viele Angehörige kommen hierher, die Partner, die Kinder und Enkel. Das ist eine große Familienfeier in einer festlichen, innigen und wohligen Stimmung. Die Weihnachtsgeschichte wird vorgelesen, es erklingen Weihnachtslieder und jeder Gast bekommt ein Geschenk“, berichtet Bettina Jacob, die ihre Mitarbeiter nie überzeugen muss, an den Weihnachtstagen zu arbeiten. „Die Kolleginnen machen das gern. Gerade weil wir wissen, wie unwiederbringlich diese Momente für unsere Gäste, ihre Angehörigen und auch für uns sind.“ Ein Satz von Bettina Jacob klingt lange nach: „Wir erleben hier viele Familien, die in diesem emotional tief bewegenden Spannungsbogen zwischen Leben und Tod fest verbunden sind. Da ist keiner allein.“


Silvester ist für uns ein Synonym für die Feier zum Jahreswechsel. Nur wenigen wird dabei der Gedanke an den Heiligen Silvester kommen. Er war von 314 bis 335 Bischof von Rom und der erste in der langen Reihe der Päpste, der nicht den Märtyrertod starb. Besondere Bedeutung erlangte er dadurch, dass ein Jahr vor seinem Amtsantritt Kaiser Konstantin die christliche Kirche anerkannt und im Edikt von Mailand jedem Bürger das Recht auf freie Religionsausübung gewährt hatte. Silvester I. stand also am Beginn einer Entwicklung, in der aus einer verfolgten christlichen Untergrundgemeinde, die ihre Zusammenkünfte in den Katakomben unterhalb der Stadt hatte, eine anerkannte Staatskirche wurde.

Den Kaiser soll er geheilt und bekehrt haben

Legenden zufolge soll Silvester noch in seiner Zeit als Priester den Kaiser vom Aussatz geheilt und zum Christentum bekehrt haben. In einem Streitgespräch habe er außerdem zwölf jüdische Rabbiner vom christlichen Glauben überzeugt, heißt es in Überlieferungen, die allerdings als wenig zuverlässig gelten. Dem ökumenischen Heiligenlexikon zufolge ließ Silvester über den Priscilla-Katakomben eine Kirche und an den Thermen des Trajan ein Oratorium bauen, das „allen Märtyrern“ gewidmet war. Er selbst starb im Unterschied zu seinen Vorgängern im Amt ohne Gewalteinwirkung am 31. Dezember 335. Etwa seit dem fünften Jahrhundert werden an seinem Todestag Feste zum Jahreswechsel begangen, die sich mit seinem Namen verbanden. Silvester ist denn auch Schutzpatron für ein gutes neues Jahr, außerdem Schutzheiliger der Haustiere. net

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