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Home Sonderthemen Fläming Entscheidend ist der Batteriezustand
14:57 14.05.2019
Verbesserte Lademöglichkeiten fördern den E-Mobilitätsmarkt. FOTO: PATRICK PLEUL/DPA

Die Elektromobilität nimmt auch hierzulande Fahrt auf. Die Entwicklung beschleunigen könnte der Gebrauchtwagenmarkt. Der ist noch sehr übersichtlich, wächst aber kontinuierlich. „Elektroautos sind inzwischen für jeden etwas“, sagt Volker Blandow, Elektromobilitätsfachmann vom Tüv Süd. Gerade Pendler mit täglich hohen Laufleistungen könnten viel Geld sparen. Und „Spaß“ gebe es obendrein.

Umwelt, Verfügbarkeit, ausgereifte Technik – viele Gründe sprechen aus Verbrauchersicht fürs Elektroauto. Zudem sind E-Autofahrer in der Beschleunigung schneller als alle anderen – und das ohne lokale Abgase, mit erheblich weniger Lärm und selbst im Falle des Netzstrombezugs mit weniger globalen Emissionen.

Und auch die Reichweite entwickelt sich. Bei der neuesten Fahrzeuggeneration gibt es mit bis zu 400 Kilometern weniger Einschränkungen als früher. Mit immer besser ausgebauter Schnellladeinfrastruktur und superschnellem elektrischen Auftanken an speziellen Stationen (High Power Charging) sind selbst Tagesetappen von 700 Kilometern und mehr mit etwas Planung möglich.

Warum nicht nach einem gebrauchten, preiswerteren Modell schauen? Das Ergebnis einer spontanen Internetrecherche zeigt: Mit rund 20 000 Treffern ist das Angebot an gebrauchten Elektroautos und Hybriden noch relativ überschaubar. Blandows Tipp: „Inzwischen gibt es Händler, die sich auf Elektroautos spezialisiert haben. Gerade bei Modellwechseln gibt es hier oft gute Konditionen – die Entwicklung ist ja derzeit sehr dynamisch“, so Blandow.


"Elektroautos sind inzwischen für jeden etwas."

Volker Blandow
Fachmann für E-Mobilität


Laufleistung, Ölverlust, Bremse und Lenkung: Die Knackpunkte eines Verbrenners in der Werkstatt sind Autofahrern geläufig. Gelten fürs Elektroauto dieselben Regeln? „Die Laufleistung spielt beim Elektrofahrzeug, zumindest für die Zuverlässigkeit des Antriebsstrangs, eine untergeordnete Rolle“, weiß Blandow. Eine Million Kilometer oder mehr sind kein Problem – und das komplett wartungsfrei und praktisch ohne nennenswerten Verschleiß.“ Die Bremsen halten beim Stromer in der Regel ebenfalls länger. Dafür sorgt die Rekuperation, bei der die Antriebsenergie beim Bremsvorgang in die Batterie zurückführt wird und dabei schon für einen ordentlichen Bremseffekt sorgt – ohne dafür auf das Bremspedal zu treten. Komponenten wie Ladekabel oder -buchse sollten Interessenten dagegen genauer unter die Lupe nehmen: „Allgemein bietet sich beim Elektrokauf eine Überprüfung beim markenspezifischen Händler an“, sagt Blandow.

Und was ist mit der Batterie selbst? Der Akkumulator ist die wichtigste und teuerste Komponente im Elektroauto. Sein Zustand steht ganz oben auf der Checkliste beim Kauf eines Gebrauchten. Die Fahrzeugelektronik sorgt zwar grundsätzlich dafür, dass die Batterie vor zu hohen Belastungen geschützt ist. Dennoch haben etwa Art und Häufigkeit der Ladungen Auswirkungen auf Haltbarkeit und Leistung. Markenhändler können in der Regel einen Zustandsbericht zur Batterie im Fahrzeug generieren. Darin wird die Anzahl der Schnellladevorgänge gezählt und es wird die Restkapazität ermittelt. Blandow: „Die Werte geben erste wichtige Hinweise für Interessenten und die Prüfung sollte auf jeden Fall durchgeführt werden. Den wirklichen Gesundheitszustand kann man aber nur mit umfangreichen Messungen ermitteln.“ Die Erfahrungen zeigten, dass die Batterien besser halten, als Hersteller sagen. Nach mehr als 200 000 Kilometern Laufleistung und sieben bis acht Betriebsjahren sind viele Akkus demnach oft noch mit 80 bis 90 Prozent ihrer Anfangskapazität in Betrieb. Daraus ergibt sich eine hohe Zyklenfestigkeit und eine sehr geringe Alterung.

Grundsätzlich raten die Experten zu einem Auto, das regelmäßig gefahren wurde. „Das ist fast wie bei einem Verbrennungsmotor, wenn das Fahrzeug oft wochenlang nicht bewegt wird“, sagt Blandow. gd

Geladen werden sollten E-Autos sollten nur in Notfällen an der normalen Steckdose. Eine 11-Kilowatt-Wallbox in der Garage oder am Parkplatz ist indes empfehlenswert. Damit lassen sich alle Typen sinnvoll laden.

Neue Elektroautos haben meist größere Batterien mit 11- oder sogar 22-Kilowatt-Ladern. E-Mobile der ersten und zweiten Generation hatten indes oft nur 3,7-Kilowatt-Lader. Für schnelleres Laden mit Gleichstrom steigt die Zahl öffentlicher Stationen täglich, auf Autobahnen werden sogar superschnelle Ladestationen (HPC 150) flächendeckend errichtet.

Die meisten gebrauchten E-Autos können sie jedoch nur bis zur Grenze von 50 Kilowatt nutzen. Selbst dann reichen 15 Minuten für 100 weitere Kilometer.

Die Saison für Wohnmobile hat begonnen. FOTO: KÜS/PETER KERKRATH
Die Saison für Wohnmobile hat begonnen. FOTO: KÜS/PETER KERKRATH

Auf den Straßen kann man es beobachten – die Campingsaison hat begonnen. Der Trend zum mobilen Feriendomizil nimmt zu – allein 2018 um mehr als neun Prozent. Damit der Ausflug mit dem Camper ein sicheres Vergnügen bleibt, ist einiges zu beachten, heißt es seitens der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS).

Die Mängelhäufigkeit in einigen Teilbereichen birgt demnach bei Wohnmobilen definierbare Gefahrenquellen. Dies sind Lichtanlage, Bremsanlage, Abgasanlage und Reifen. Wohnmobile sind häufig mit Reinforced-Reifen (Verstärkung an der Seitenflanke) und C-Reifen (Verstärkung in der Lauffläche) ausgerüstet. Diese Reifen verhalten sich sehr unterschiedlich und sind deswegen auch nicht mischbar. Die Bereifung muss einheitlich und der Luftdruck beim C-Reifen erheblich höher sein. Ist der Reifendruck zu niedrig, kann die schlimmste Folge ein Reifenplatzer sein.

Generell können Mängel an Wohnmobilen wegen ihrer Größe zu besonders gravierenden Unfällen führen. Daher unterliegen sie auch bei der Hauptuntersuchung (HU) besonderen Regeln: Wohnmobile bis 3,5 Tonnen müssen im Anschluss an die Erstzulassung nach 36 Monaten vorgestellt werden, danach im Abstand von 24 Monaten. Fahrzeuge mit einem Gewicht über 3,5 bis 7,5 Tonnen müssen nach zwei Jahren erstmals zur HU, danach weiter im Zwei-Jahres-Takt. Ab dem sechsten Jahr nach Zulassung ist eine jährliche Prüfung vorgeschrieben. Wohnmobile mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht müssen prinzipiell alle zwölf Monate zur Hauptuntersuchung.

Auch bei Caravans gibt es spezifische Gefahrenquellen. Zu nennen sind hier ebenso Brems- und Lichtanlagen sowie Korrosion, Leitungen und Anhängertechnik. Verschleiß ist vor allem an Deichsel, Stützrad, Abreißseil und Zugkugelkupplung zu verzeichnen. Und wieder gilt der Bereifung besonderes Augenmerk: Im Unterschied etwa zum Pkw werden Caravans nur wenige Wochen des Jahres bewegt. Vorgeschrieben sind 1,6 Millimeter Profiltiefe, drei Millimeter ist die Empfehlung der KÜS-Prüfingenieure. go


Die Krankenkasse AOK und der Fahrradclub ADFC haben wieder ihre seit 2001 laufende Sommeraktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ gestartet. Ziel ist es, Menschen für das Fahrradpendeln zu begeistern. Doch trotz aller Bemühungen steigt der Anteil der Radpendler bundesweit nicht, sondern ist leicht rückläufig. Der ADFC führt das auf die oft unzumutbare Fahrradinfrastruktur zurück und fordert mehr Platz und Wegequalität für das Rad.

„Die Hälfte aller Arbeitswege ist unter zehn Kilometer lang, knapp ein Drittel sogar unter fünf Kilometer“, sagt ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork. Es liege also an fehlenden Alternativen, dass die Menschen auf dem Weg zur Arbeit meist ins Auto steigen. Während in den Niederlanden, dem Land mit dem weltweit am besten ausgebauten Radwegenetz, etwa 27 Prozent der Arbeitswege mit dem Rad zurückgelegt werden, sind es in Deutschland nur elf Prozent – gegenüber 65 Prozent mit dem Auto.

Der ADFC geht davon aus, dass sich die Zahl der Fahrradpendler durch hochqualitative Radinfrastruktur von heute vier Millionen mehr als verdoppeln ließe. Eine Umfrage unter 170 000 Radfahrern bundesweit hatte kürzlich ergeben, dass ein Gefühl der Unsicherheit steigt. Gründe sind demnach Falschparker oder andere Hindernisse auf Radwegen, die zwingen, in den fließenden Autoverkehr auszuweichen. Auch schlechte Radwege und die fehlende Distanz zum Autoverkehr verursachen mulmige Gefühle.

Info www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de


Für Fahrzeugschäden hat die Rechtsprechung den Grundsatz der sogenannten 130-Prozent-Regel entwickelt. Demnach darf ein Geschädigter den Schaden zu 130 Prozent des Wiederbeschaffungswertes abrechnen. Liegen die Reparaturkosten darüber, wird auf Basis des Totalschadens erstattet. Das gilt auch für Fahrräder. Sie hätten eine stetige technische Weiterentwicklung vollzogen, wurde im Rahmen eines Verfahrens vor dem Oberlandesgericht München festgestellt. Die Grundsätze der 130-Prozent-Rechtsprechung gelten auch für Fahrräder, so die Richter.

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