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16:57 19.07.2021
Wie hier auf dem Partwitzer See (Sachsen) im Juni werden sich die Ixylon-Crews auch auf dem Gudelacksee nichts schenken. Fotos: Jörg Diebel, Verein

Lindow (Mark). Eine Erfolgsgeschichte findet am Wochenende ihre Fortsetzung: Die Lindower Regatta-Segler (LRS) veranstalten zum sechsten Mal den Ixylon-Cup. Waren zur Premiere 2015 lediglich 14 Boote dabei, so werden am Sonnabend und Sonntag um die 30 Segeljollen auf dem Gudelacksee unterwegs sein. „Die Teilnehmerzahl ist seit der Premiere sukzessive gestiegen. 2020, als wir nach dem Lockdown die erste Regatta in Ostdeutschland ausgetragen haben, konnte mit 32 Booten ein neuer Rekord aufgestellt werden“, erklärt Tony Groche. Bis Donnerstag trafen 25 Anmeldungen in der Drei-Seen-Stadt ein, am Wettkampftag selbst rechnet der LRS-Vorsitzende noch mit einigen Kurzentschlossenen.

In der Szene hat sich der jüngste märkische Segelverein längst einen Namen gemacht – die Ranglistenregatta gehört nicht nur zu den eigenen Jahreshöhepunkten, sondern steht auch bei den befreundeten Vereinen hoch im Kurs. „Unser Gelände ist ideal für eine Veranstaltung in dieser Größenordnung, man kommt einfach gerne her“, weiß der 53-Jährige, der mit seinen 70 Mitgliedern auch andernorts mit offenen Armen empfangen wird: „Wir sind viel unterwegs, fahren zum Teil mit drei oder vier Teams zu Regatten und fallen durch unsere beflaggten Boote auf. Wir vertreten auf der jährlichen Bootsmesse in Berlin auch die Klassenvereinigung Ixylon.“ Am Wochenende sind Groche und Co. aber wieder da, wo man sich am wohlsten fühlt – in Lindow auf dem Gudelacksee, dem heimischen Revier. Am Freitag reisen die Sportlerinnen und Sportler bereits ab dem Vormittag an, um sich bekanntermaßen die besten Plätze auf dem weitläufigen Areal zu suchen. Der Samstag wird mit der Steuermannsbesprechung um 11 Uhr eröffnet. Noch bevor die erste Wettfahrt um 12 Uhr startet, wird das neue Schmuckstück des Vereins offiziell eingeweiht. Dank einer Finanzspritze aus dem Ministerium und der Unterstützung der zahlreichen Sponsoren sind die Lindower Regatta-Segler um ein leistungsfähiges Schlauchboot samt Trailer reicher. Weitere Geschenke wird es bei den bis zu sechs Wettfahrten – eine beenden Vorschoter und Steuermann nach etwa einer Stunde und legen dabei sechs bis sieben Kilometer zurück – aber nicht geben.

„Eigentlich wollen wir ja ein guter Gastgeber sein und unseren lieben Freunden den Vortritt lassen. Doch wir rechnen uns schon ein paar Chancen auf den Gesamtsieg aus“, gibt sich Tony Groche mit einem Schmunzeln kämpferisch. Er bildet am Wochenende gemeinsam mit Frank Steinmeyer eine Crew, weil dessen üblicher Kollege Thomas Heide noch im Urlaub ist. Mike Bartel und seine Partnerin Claudia Müller wollen auf dem Gudelacksee beweisen, dass sie sowohl privat als auch sportlich ein kongeniales Team bilden. Spitzenseglerin Müller war lange für den Potsdamer SV aktiv, fand aber im Ruppiner Land ihr Glück und startet mittlerweile auch für die Regatta-Segler. Insgesamt sieben Boote schicken die LRS ins Rennen, favorisiert ist jedoch ein Lindower Fördermitglied.


"Wir rechnen uns schon ein paar Chancen auf den Gesamtsieg aus."

Tony Groche,
LRS-Vorsitzender


Von Volker Schön und Vorschoter Andreas Schickel, die im Sternberger Segelverein integriert sind, ist einiges zu erwarten. Die Ixylon-Cup-Titelverteidiger und amtierenden Deutschen Meister von 2019 (2020 fielen die nationalen Titelkämpfe der Corona-Pandemie zum Opfer) werden es gegen die große Konkurrenz nicht leicht haben. „Einfach ist es nie, den Wanderpokal würden wir aber gerne wieder mitnehmen. Für uns ist die Regatta eine gute Vorbereitung für die Deutsche Meisterschaft, wir werden einiges ausprobieren“, weiß Schön. Der 58-Jährige kommt gerne nach Lindow: „Hier ist man auf dem richtigen Weg, da herrscht Aufbruchstimmung und es bewegt sich etwas. Da bringe ich meine Erfahrungen gerne mit ein.“

Wind, Sonnenschein, ein bisschen Regen, der den Segel-Assen nichts ausmacht – die Wettervorhersagen lassen positiv auf das für die Regatta-Segler aufregende Wochenende blicken. „Wir haben die Latte in den letzten Jahren hochgelegt, wollen unserem Anspruch aber treu bleiben und ein tolles Event auf die Beine stellen. Es ist viel Arbeit, wir sind aber ein eingespieltes Team. Entscheidend ist, was auf dem Wasser passiert“, sagt Tony Groche im Vorfeld der letzten Regatta vor der Deutschen Meisterschaft, die vom 4. bis 8. August auf dem Schwielowsee (Potsdam-Mittelmark) stattfindet. Marius Böttcher