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Home Sonderthemen Oberhavel Ende und neuer Anfang
12:56 16.11.2018
Symbole wie dieser Engel auf dem Südwestfriedhof in Stahnsdorf spenden Trauernden Trost. FOTO: DPA

Von Ulrich Nettelstroth 

Wenn es einen Monat gibt, der sinnbildlich für das Ende des Lebens und den Abschied steht, dann ist es der November. Im November verlieren die Bäume ihre Blätter, die meisten Herbstblumen verblühen, die Sonne macht sich rar. Das Kirchenjahr kommt an sein Ende, um mit dem ersten Adventssonntag neu zu beginnen. In diese Zeit haben nicht nur die christlichen Kirchen das Gedenken an die Toten gestellt. Auch Menschen ohne eine konfessionelle Bindung, die in Brandenburg wie in den übrigen ostdeutschen Bundesländern ja die Mehrheit stellen, denken in den dunklen Wochen in besonderem Maße an ihre Verstorbenen. So hat sich beispielsweise der ursprünglich katholische Brauch, im November Grablichter auf den Friedhöfen aufzustellen, inzwischen auch hier verbreitet.

Grablichter weisen den Seelen den Weg

Schon mit dem Beginn des Monats haben die katholischen Erinnerungstage Allerheiligen und Allerseelen die Reihe der Gedenktage eröffnet. Traditionell stehen sie im Zeichen des Gedenkens für die Seelen, die im Fegefeuer auf ihre Erlösung warten. Die Lichter auf den Gräbern hatten deshalb auch den Sinn, den Seelen den Weg in das himmlische Paradies zu weisen.


Die evangelische Kirche begeht ihren eigenen Tag zur Erinnerung an die Verstorbenen, den Toten- oder Ewigkeitssonntag, immer eine Woche vor dem 1. Advent. Im Jahr 2018 fällt der Totensonntag auf den 25. November. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. hatte den Gedenktag 1816 festgelegt. Zum einen ging es darum, an die Toten der Befreiungskriege gegen Napoleon zu erinnern, die ein Jahr zuvor mit der Schlacht von Waterloo ihr Ende fanden. Zum anderen stand der Monarch ganz persönlich unter dem Zeichen der Trauer um seine jung verstorbene Gattin, die auch im Volk beliebte Königin Luise.

Der Totensonntag ist ein Tag der Stille

Die Feiertagsgesetze der Bundesländer bestimmen den Totensonntag als Trauer- und Gedenktag oder als sogenannten stillen Tag, für den besondere Einschränkungen gelten, etwa für laute Musikveranstaltungen. Außerdem werben die Kirchen dafür, mit Weihnachtsbeleuchtung und Weihnachtsmärkten erst am Montag nach dem Totensonntag zu beginnen.

Bereits eine Woche vor dem Totensonntag steht mit dem Volkstrauertag ein staatlicher Gedenktag im Kalender. In diesem Jahr fällt er auf den 18. November und steht unter dem Zeichen des Ersten Weltkriegs, dessen Ende sich zum 100. Mal jährt. Fast zehn Millionen Soldaten, vor allem aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland, waren von 1914 bis 1918 in den Schützengräben des Stellungskriegs gestorben. Unter dem Eindruck dieses unfasslichen Leids wurde ab den 1920er Jahren mit dem Volkstrauertag an die Toten erinnert. In der NS-Zeit zum Heldengedenktag umgedeutet, wird der Volkstrauertag nach dem Zweiten Weltkrieg auch dem Gedenken an die Opfer der Gewaltherrschaft gewidmet.

Im Land Brandenburg findet die zentrale Veranstaltung bereits am Sonnabend, dem 17. November, im Dom zu Brandenburg/Havel statt. Der Alt-Bischof und frühere Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland Wolfgang Huber wird die Gedenkrede halten, die sich dem Jahrestag des Kriegsendes widmet. Danach wird es eine Kranzniederlegung für die Toten von Krieg und Gewaltherrschaft auf dem Marienberg geben. Für die Besucher wird zwischen Dom und Marienberg ein Busshuttle eingerichtet.

350 Kranzniederlegungen im ganzen Land

Das zentrale Gedenken am Sonnabend ist nur der Auftakt für etwa 350 Veranstaltungen, die am Sonntag, dem eigentlichen Volkstrauertag, im ganzen Land stattfinden werden, sagt Oliver Breithaupt, Geschäftsführer des Brandenburger Landesverbands des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Kränze werden an den Kriegsgräberstätten im Land, an Kirchen und Denkmälern niedergelegt. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge kümmert sich seit 1919 als humanitäre Organisation um den Erhalt der Kriegsgräber im In- und Ausland.


Für 62 Prozent der Deutschen ist der Tod einer nahestehenden Person die größte aller Katastrophen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie zum Umgang Hinterbliebener mit ihrer Trauer.

Der Studie zufolge verläuft der Trauerprozess in verschiedenen Phasen und mit Ritualen des Abschiednehmens. Nach dem ersten Schock folgt für viele Trauernde eine Phase, in der sie versuchen, den Alltag „weiter wie bisher“ zu gestalten. Sie stürzen sich in ihre Arbeit oder die Planung der Beisetzung. Zwei Drittel der Befragten wünschen sich für eine Beisetzung einen möglichst individuellen Charakter. Erst allmählich lernen sie, den Verlust auszuhalten und zu akzeptieren.

Drei Viertel brauchen einen Ort zum Trauern

Hierbei ist es wichtig, einen Ort zum Trauern zu haben: 76 Prozent der Hinterbliebenen legen großen Wert darauf, die Grabstätte leicht besuchen zu können und einen Ort zu haben, an dem man gerne verweilt und gedenkt. Am Grab des Verstorbenen nehmen die Trauernden immer wieder neu Abschied.

Dabei ist in den vergangenen Jahren auch die Nachfrage nach Alternativen zum klassischen Friedhof deutlich gestiegen: 2017 konnten sich 36 Prozent eine alternative Bestattung vorstellen, 2010 waren es noch 25 Prozent.

Erst nach dem Akzeptieren des Todesfalls ist es für die Hinterbliebenen möglich, ihr Leben wieder neu zu gestalten. Mit gezielten Trost- und Gedenkritualen räumen sie ihrer Trauer nach wie vor einen Platz ein, aber lassen sich nicht mehr von ihr beherrschen.

Auch der unvermeidbare Neuanfang wird durch die Rituale einfacher, weil die Hinterbliebenen so die eigenen Ziele und Perspektiven wieder in den Vordergrund rücken können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Und aus der individuellen Krise gehen sie gestärkt hervor. So geben 48 Prozent der Befragten an, ihr Leben nach der Verarbeitung des Trauerfalls insgesamt bewusster zu gestalten.


Trauerkultur verändert. Ganz selbstverständlich erwarten viele Menschen, heutzutage im Web über Todesfälle informiert zu werden. Und nicht nur auf dem Friedhof ist es möglich, seine Trauer zu bekunden, sondern auch an virtuellen Grabstellen im Internet – zum Beispiel unter www.MAZtrauer.de.

Ein wichtiger Bestandteil der etablierten Trauerkultur sind Familienanzeigen in Zeitungen. Sie setzen ein würdiges Zeichen für den Verstorbenen – und gleichzeitig gegen das Vergessen, weil sie die Mitwelt über den Verlust in Kenntnis setzen und so Freunden, Angehörigen und Verwandten Gelegenheit geben, ihr Mitgefühl auszudrücken. Trauern und getragen werden: Das sind auch die Kerninhalte des MAZ-Trauerportals im Internet. Es ist als Ergänzung zur klassischen Familienanzeige in der Tageszeitung und im Anzeigenblatt gedacht und zugleich ein zeitgemäßer Weg der würdevollen Trauerkultur. Hier erfahren auch Angehörige, Freunde und Bekannte, die in größerer räumlicher Entfernung wohnen, vom Tod ihres Angehörigen, Freundes oder früheren Nachbarn und haben Gelegenheit, ihr Beileid zu bekunden. „Wir sind tief bewegt von der traurigen Nachricht, dass unser Vereinsmitglied nicht mehr unter uns ist“, kann man hier beispielsweise lesen. Und noch weitere Botschaften folgen. „Du wirst immer in unserem Herzen sein“, schreibt die an anderer Stelle die Enkelin. Nachzulesen ist das alles auf MAZtrauer.de, den Trauerseiten der Märkischen Allgemeinen und des Wochenspiegels im Internet. Unter www.MAZtrauer.de haben Hinterbliebene außerdem die Möglichkeit, dem/der Verstorbenen in gebührender Weise zu gedenken – mit dem Entzünden einer virtuellen Kerze. Gegen eine jährliche Gebühr können Sie Ihre Trauerseite in eine Gedenkseite mit einem Paket folgender zusätzlicher Funktionen wandeln.

■ Individuelles Design für die Gedenkseite.
■ Hinterlegen von Fotos, Musik und Videos.
■ Passwortgeschützter Bereich (Zugriff nur für freigegebene Nutzer).
■ Dokumentation eines einzigartigen Lebens in einer Timeline.

Mit dem Link zu Chat und Forum finden Hinterbliebene den Weg zum persönlichen und kostenfreien Trauerhilfeforum. Professionelle Sozialarbeiter nehmen sich Ihrer Gedanken an und unterstützen Sie in einem Livechat und einem Forum bei der Trauerbewältigung. Im Ratgeber können sich Betroffene im Ernstfall Hilfe holen. Sie erfahren hier, was nach dem Ableben eines lieben Menschen zu bedenken und zu regeln ist. Aber auch wer Vorsorge für den eigenen Tod treffen möchte, findet hier hilfreiche Hinweise und Anregungen.

Mit Inkrafttreten der neuen Datenschutzverordnung (DSGVO) wurden im Trauerportal Anpassungen vorgenommen. So stehen Trauerfälle nicht mehr wie bisher unendlich online, sondern müssen nach zwei Jahren gelöscht werden. Sicher, damit hören die Trauer und das Gedenken an die Lieben nicht auf, als persönliche Gedenkseite verbleiben die Erinnerungen an den Verstorbenen weiterhin im Trauerportal.

Info www.MAZtrauer.de

Kostenlos bis zum 31. Dezember

Die Freischaltung von Gedenkseiten ist im neuen Trauerportal der MAZ bis zum 31. Dezember 2018 kostenlos.

Ihre Gedenkseiten werden bis zu diesem Zeitpunkt für ein Jahr kostenlos freigeschaltet.

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