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Home Sonderthemen Zossen Ein unbeschwerter Sommer
09:18 20.07.2020
Schwimmen gilt bei Diabetes mit als ideale Sportart. FOTOS: ADOBE STOCK/ELENA; DPA

Die Hitze im vergangenen Sommer dürfte vielen Diabetikern in besonderer Erinnerung geblieben sein. Mit steigenden Temperaturen kann der Blutzuckerspiegel leicht außer Kontrolle geraten. Wer Diabetes hat, sollte im Hochsommer daher auf sein Befinden achten und Ernährung sowie Bewegung anpassen.

Rund 7,6 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Diabetes. Mit einer entsprechenden Rate von zuletzt etwas über elf Prozent ist das Land Brandenburg besonders betroffen. An Blutzucker Erkrankte sind auf die stetige Gabe von Insulin angewiesen. Da sommerliche Temperaturen die Durchblutung anregen, gelangt Insulin schneller in den Körperkreislauf und das Risiko der Unterzuckerung steigt. Umgekehrt kann aber der Blutzuckerspiegel auch schneller ansteigen, nämlich dann, wenn es durch die Hitze im Körper zu Flüssigkeitsmangel kommt. „Heiße Tage sind für den Blutzuckerspiegel wie Chaostage“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Krankenkasse Barmer in Brandenburg. Ihr Rat: Damit Diabetiker sicher durch den Sommer kommen, sollten sie öfter als sonst ihren Blutzuckerspiegel messen. Wer zudem bei Ernährung und körperlichen Aktivitäten ein paar Hinweise befolgt, kann auch mit Diabetes den Sommer unbeschwert genießen.

Wenn es der gesundheitliche Allgemeinzustand zulässt, dann sind Nordic Walking, Fahrradfahren oder Schwimmen ideale Sportarten für Diabetiker. Denn mit der gegebenen Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining lässt sich nicht nur der Blutzuckerspiegel senken, sondern auch die Insulinempfindlichkeit der Zellen verbessern. Allerdings dauert dieser Effekt nur 48 Stunden an. Daher ist regelmäßige sportliche Betätigung wichtig. Die körperlichen Anstrengungen sollten aber auf die Morgen- oder Abendstunden verlegt werden, um Flüssigkeitsverlust und Unterzuckerung zu vermeiden.


11 Prozent der Menschen in Brandenburg leiden an Diabetes


Wer Erfrischung in einem Badesee sucht, sollte seinen Blutzuckerspiegel besonders im Blick haben. „Die meisten unterschätzen, wie hoch hier der Energieverbrauch ist“, so Leyh. Symptome wie Zittern werden irrtümlicher Weise niedrigen Wassertemperaturen zugeschrieben, dabei sind sie oft ein Zeichen für Unterzuckerung. Snacks oder Traubenzucker können zwar spontane Abhilfe schaffen. Wichtig ist aber für Diabetiker auch, Mess- und Insulinbesteck mit zum Badeausflug zu nehmen, um sich durch den kontrollierenden Blick sicherer fühlen zu können. Insulin, Blutzuckermessgeräte oder Teststreifen sind vor Hitze zu schützen. Also: Nicht im Auto liegenlassen. Geschädigtes Insulin ist meistens an einer Eintrübung erkennbar.

Das Steak vom Grill mit einem kühlen Bier ist für Diabetiker nicht die beste Art, den Tag ausklingen zu lassen. Alkohol sorgt für zusätzlichen Wasserverlust. Zudem droht schon bei geringem Blutalkoholspiegel eine Störung der Zuckerfreisetzung aus der Leber. Mineralwasser und ungesüßte Tees sind da die besseren Durstlöscher. Während Fleisch im Allgemeinen schwerer verdaulich ist, gilt Fisch als weniger belastend für den Körper. Von Gerald Dietz


Bewegung durch den Lockdown

Aber Psyche leidet unter Beschränkung

Die Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie haben offenbar nicht nur negative Auswirkungen gehabt. Darauf deutet zumindest eine Umfrage der Deutschen Krankenversicherungs AG in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Ipsos hin. Demnach fährt über ein Fünftel der Befragten mehr Rad als zuvor. Gleiches gilt für sportliche Betätigungen zuhause. Nur jeder Zehnte gab an, dergleichen Aktivitäten weniger durchzuführen als zuvor. Gut ein Viertel legt nun Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurück, die vor der Corona-Krise mit dem Auto oder aber mit Bus und Bahn bewältigt wurden. Jeder Dritte gab an, mehr spazieren zu gehen.

Gelitten hat allerdings das psychische Wohlbefinden. Für weit mehr als ein Drittel stellten die Einschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie zum Zeitpunkt der Befragung Mitte Mai einen „eher negativen“ oder „sehr negativen“ Einfluss auf ihre mentale Gesundheit dar, sollten diese noch längere Zeit andauern. Knapp die Hälfte gab indes an, keinen Einfluss zu verspüren. Je älter die Menschen, desto gelassener stehen sie den Einschränkungen durch die Corona-Krise gegenüber. Jüngere Befragte (30-39 Jahre) gaben hingegen am häufigsten an, unter den Beschränkungen zu leiden. gd
  

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