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09:34 19.12.2021
Mit einem Messgerät kann der Blutzuckerwert bestimmt werden. Fotos: Jens Kalaene/dpa, dpa

Diabetes wird in Deutschland trotz effektiver Behandlungsmöglichkeiten zu einem immer größeren Problem. Drei Millionen Menschen wissen nach Schätzungen nicht einmal von ihrer Erkrankung. Mehr als acht Millionen Deutsche sind nach Zahlen der Deutschen Diabetes-Gesellschaft bereits heute zuckerkrank.

Jedes Jahr erkranken nach Angaben der Stiftung Gesundheitswissen 500 000 Menschen neu an Diabetes Typ 2, also der mit durch einen entsprechenden Lebensstil erworbenen Zuckerkrankheit. Über zehn Prozent der Brandenburger sind betroffen. In 20 Jahren könnte die Zahl Zuckerkranker in Deutschland auf zwölf Millionen steigen. Unbehandelt zerstört die Zuckerflut Nerven und Gefäße und kann tödlich enden. In der Altersgruppe der 55- bis 75- Jährigen leidet inzwischen jeder Dritte an Diabetes. Viele ahnen indes nichts von ihrer Krankheit. Denn zumindest anfangs spürt man nichts. Diagnosen erfolgen oft eher zufällig. Folgeschäden wie Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt, Amputationen oder Erblindung ließen sich verhindern, wenn die Zuckerkrankheit schon vor dem Ausbruch erkannt würde.
 

Auf die folgenschweren Diabetes-Risiken hingewiesen und für mögliche Vorbeugungen sensibilisiert hat erst kürzlich der Weltdiabetestag. „Auch in den turbulenten Zeiten der Pandemie darf der Diabetes und seine Behandlung nicht vernachlässigt werden“, so Thomas Böer, Vorstand der Diabetes-Akademie und Geschäftsführer eines führenden Krankenhauses für Diabetes in Deutschland.

Beim sogenannten Diabetes mellitus liegt der Zuckerspiegel im Blut dauerhaft zu hoch. Das Hormon Insulin, das die Glukoseverwertung im Körper entscheidend beeinflusst, wirkt nicht mehr richtig oder ist zu gering vorhanden.

Bei Diabetes werden zwei Hauptformen unterschieden: Die mit genetisch verursachte Auto-Immunerkrankung Diabetes Typ 1, bei der das Abwehrsystem allmählich die Insulin produzierenden Zellen im Körper zerstört. In mehr als 90 Prozent der Fälle handelt es sich indes um Typ 2-Diabetes, meist eine Folge von Fehlernährung, Übergewicht und Bewegungsarmut. Zellen sprechen nicht mehr richtig auf das anfangs noch ausreichend vorhandene Insulin an.

„Durch eine Veränderung der eigenen Lebensgewohnheiten – beispielsweise mit gesunder Ernährung oder regelmäßiger Bewegung im Alltag – kann man Diabetes Typ 2 meist schon gut in den Griff bekommen und selbst viel zur Behandlung beitragen“, sagt Ralf Suhr, Vorstand der Stiftung Gesundheitswissen. Hinzu treten sollte der Abbau von Übergewicht und ein Verzicht auf das Rauchen. Möglicherweise ergänzend kämen dann blutzuckersenkende Medikamente und schließlich die Behandlung mit Insulin in Betracht. Mehrere Rehakliniken eröffnen zudem mit ihren Behandlungsprogrammen neue Möglichkeiten der Therapie. Gerald Dietz

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