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Home Sonderthemen Neuruppin Ein Treffpunkt für alle Einwohner
18:36 12.02.2021
Nigelnagelneu steht das Dorfgemeinschaftshaus am Ruppiner See. FOTOS: Stefan Blumberg

Gnewikow. Jetzt steht es da. Das Dorfgemeinschaftshaus von Gnewikow ist fertig. Möbel wie Küche beziehungsweise Stühle sind eingebaut oder wurden hineingestellt. Die Endreinigung ist gemacht. Die Stadt Neuruppin als Bauherrin und Eigentümerin nahm den Neubau ab. Er befindet sich jetzt in der Verantwortung des Liegenschaftsamtes. Damit ist ein fast 28 Jahre altes Versprechen eingelöst worden. Als Gnewikow 1993 verwaltungstechnisch Neuruppin angeschlossen wurde, gab es die vertragliche Zusage, dass der Ortsteil ein eigenes Dorfgemeinschaftshaus erhält. Eine jahrelange Initiative im Ort (nach einer Bürgerbefragung im Jahr 2009) setzte sich massiv für den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses ein – mit Erfolg.

Anhöhe nahe dem Jugenddorf hinter der alten Brennerei mit direktem Blick über den Ruppiner See. Ein paar Meter weiter befindet sich der Anlegesteg – eine Toplage. Der Bau fällt mit 12x11,5 Meter Grundfläche fast quadratisch aus. Neben einem großen Raum mit bis zu 60 Plätzen, einer modernen Küche und Toiletten bekam das neue Dorfgemeinschaftshaus auch eine 40 Quadratmeter große Terrasse mit Blick auf den Ruppiner See. Die Fußbodenheizung im Haus wird von einer Luftwärmepumpe gespeist.

Der Name des Hauses soll Programm sein: Dorfgemeinschaftshaus. „Es ist für Vereine gedacht, für Singegruppen, die Feuerwehr, Landfrauen oder auch zum Vermieten an Privatleute für ihre Feiern“, sagt Gnewikows Ortsvorsteher Olaf Matschoss. Ob Einschulung, Jugendweihe oder Geburtstage – dafür ist das Gebäude gedacht. „Jeder Einwohner soll das Haus nutzen können. Jetzt haben wir neue Möglichkeiten“, so der Ortsvorsteher. Gnewikow sei der einzige Ort im Umkreis, der kein eigenes Dorfgemeinschaftshaus besaß. In den vergangenen Jahren hatte man sich immer wieder an das Jugenddorf gewandt, um sich dort einzumieten.

453 000 Euro kostete der Neubau. Neuruppin muss rund 120 000 Euro zahlen. Etwa 338 000 Euro gibt es als Zuschuss aus dem Leader-Förderprogramm der EU.

Dem Ortsbeirat liegt jetzt ein Mietvertrag für das Haus von der Stadt Neuruppin vor. „Da müssen wir noch einmal miteinander reden. Wir würden gern mit einem Nutzungsvertrag arbeiten und das Haus verwalten. Eine Gebührenordnung soll festlegen, wer wofür welche Nutzungsgebühr bezahlt“, so Olaf Matschoss. Der Hausschlüssel liegt noch in Neuruppin und wird erst übergeben, wenn vertraglich alles geregelt ist.

Im März 2020 hatten die Baufirmen losgelegt, nachdem die Stadtwerke (Grundstückseigentümerin) ein Pumpenhaus, das dort stand, um einige Meter verlegt hatten. Im Sommer hing die Richtkrone auf dem Dachstuhl des von Thomas Niese geplanten Gebäudes. „Aber durch Corona konnten wir weder die Grundsteinlegung noch das Richtfest feiern“, bedauert Olaf Matschoss. „Wir hoffen, das mit allen Beteiligten im Frühjahr – wenn es Corona zulässt – nachholen zu können.“ Von Stefan Blumberg