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14:47 23.08.2021
Wandern wird in allen Altersgruppen immer beliebter. foto: Bodo Schackow/dpa

Nicht nur der Müller verspürt die Lust am Wandern, viele haben diese alte Trendsportart wieder für sich entdeckt. Auch jüngere Menschen schnüren immer häufiger die Wanderschuhe. Sie finden beim modernen ‚Hiking‘ – dem englischen Wort für den klassischen Begriff ‚Wandern‘ willkommene Abwechslung, um dem Alltag zu entfliehen.

Nahezu 40 Millionen Deutsche machen sich laut dem Allensbacher Institut für Demoskopie häufig oder gelegentlich auf den Weg, um sich draußen für eine längere Zeit zu bewegen und die Natur zu genießen. Die Motivationsgründe sind vielfältig: Tages- und Hüttenwanderer gibt es genauso wie Genuss- und Sport- oder Kulturwanderer. „Das Bedürfnis, sich zu bewegen liegt in der Natur der Sache“, sagt auch die Orthopädin und Landesvorsitzende des brandenburgischen Berufsverbandes BVOU, Ulrike Fischer. Die moderne Zivilisation mit technischer und hochmotorisierter Fortbewegung sowie auch Beschränkungen der Pandemie bremsten die Menschen aber leider viel zu oft in ihrem natürlichen Bewegungsdrang.

„Trotz einiger Unterschiede haben alle eines gemeinsam“, sagt Astrid Hopfengart vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Potsdam zu den unterschiedlichen Wander-Motiven: „Sie verbindet das Bewegen in freier Natur und klarer, sauberer Luft mit dem Gefühl von Freiheit und Ungebundenheit.“

Wandern ist für Körper und Psyche ein wahres Wundermittel und hat einen positiven Effekt auf die mentale Gesundheit. „Schon kurze Strecken, verbunden mit leichten Lockerungsübungen, fördern die Gesundheit nachweislich“, so Hopfengart. Wandern stärke Herz und Kreislauf, wirke effektiv gegen Übergewicht. Ob moderat im flachen Gelände oder herausfordernder im Gebirge – Wanderer verlieren zwischen 350 bis 500 Kilokalorien pro Stunde.

Die klassischen Schritte würden den Bewegungsapparat stabilisieren und stärken, meint die Orthopädin Fischer. Sehnen, Bänder, Gelenke und Knochen würden trainiert und verringerten so gleichzeitig das alltägliche Verletzungsrisiko. Wandern stärkt zudem das Immunsystem, vergrößert das Atemvolumen und sorgt für bessere Durchblutung der Lunge. Psychisch steht es für eine Verbesserung der Stimmungslage durch Ausschüttung körpereigener Hormone, baut Stress ab und beugt Depressionen vor. Zudem kann Wandern bis ins hohe Alter ausgeübt werden.

Für das beliebter werdende Hobby stehen laut des Deutschen Wanderverbands etwa 200 000 Kilometer an Wanderwegen in Deutschland zur Verfügung. Dank zahlreicher Smartphone-Apps findet der Wanderinteressierte heute auch immer besser entsprechende Wege. gd

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