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16:40 20.09.2021
Reizdarm ist ein vielfältiges Krankheitsbild. Foto: Adobestock/mi_viri

Der Reizdarm – ein aus der Balance geratenes Verdauungsorgan – gibt Medizinern noch immer Rätsel auf. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 20 Millionen Bundesbürger unter solchen wiederkehrenden Darmbeschwerden leiden könnten.

Das Reizdarmsyndrom ist kein einheitlich definiertes Krankheitsbild: Oft klagen Betroffene über Krämpfe im Bauch, Durchfall, aber auch Verstopfungen – oft sogar im Wechsel. Nicht wenige leiden zudem unter Kopfschmerzen, fühlen sich abgeschlagen, müde oder kraftlos. Was die Beschwerden eint: Die gesamte Verdauung ist aus dem Gleichgewicht. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass bei vielen die Ernährung ein Schlüssel für mehr „Ruhe im Darm“ sein könnte.

An der Berliner Charité läuft eine Studie mit rund 200 Reizdarmpatienten. Erste Ergebnisse lassen vermuten, dass häufig die Barriere der Darmwand gestört scheint. Konkret heißt das: Wenn die Schranke zwischen Darmschleimhaut und Darmwand nicht mehr richtig funktioniert, können Bakterien und Nahrungsbestandteile in die Darmwand eindringen.

Die Forscher vermuten, dass bei einem Teil der Patienten neben externen Faktoren wie Stress auch Unverträglichkeiten von Weizen, Soja, Milch oder Hafer die Ursache für die immer wiederkehrenden Darmbeschwerden sein könnten. Sicher scheint: Die Ernährung spielt bei vielen Menschen mit einem „nervösen Darm“ eine entscheidende Rolle. Nahezu einig ist sich die Forschung, dass lösliche Ballaststoffe einen bedeutenden Beitrag leisten können, Durchfall, Verstopfung und Schmerzen zu lindern.

Zu den löslichen Ballaststoffen gehört etwa das Pektin, wie es im Kerngehäuse und in der Schale von Äpfeln vorkommt. Es dient Darmbakterien als Nahrung, die eine besondere Schutzfunktion für den Menschen haben. Auch deshalb gelten Äpfel seit jeher als bewährtes Hausmittel bei Durchfall und geraten zunehmend in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses. gd

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