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12:25 31.03.2021
Heinz Flieger vom Heimat- und Museumsverein zeigt einige Stücke aus der „Häschenschule“-Ausstellung. Foto: Nadine Pensold

Mal sind sie plüschig, mal gefertigt aus Holz, zwei gucken aufmerksam von der Schulbank herüber, zwei andere sitzen auf einer Wippe, die sich durch Knopfdruck in Bewegung setzt. Margitta Berger, Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins Königs Wusterhausen, hat einige Osterhasen in der Galerie unterm Dach des Dahmelandmuseums aufgestellt.

Normalerweise sind diese dekorativen Schätze Teil der jährlichen Osterausstellung. Hasen aus Holz, Keramik oder Porzellan, eine ganze Häschenschule samt Harmonium sind dann dabei. „Es werden Osterhausen in allen Varianten ausgestellt“, sagt Margitta Berger und ergänzt, dass die Exponate aus der Zeit von 1920 bis in die Gegenwart stammen.

Im Jahr 2007 wurde erstmals die detailreich bestückte Ausstellung eröffnet. In diesem Jahr blieben die Exponate coronabedingt das erste Mal seither in den Archivregalen und Kisten des Museums. Im vergangenen Jahr wurde die Ausstellung rund um die Verse und Zeichnungen der Geschichte „Die Häschenschule“ noch liebevoll vorbereitet, zahlreiche Osterfiguren, Illustrationen und natürlich bunte Eier arrangiert. Nach der Eröffnung mit den Kindern der „Kita vom Kirchplatz“ war allerdings schon wieder Schluss; wegen des ersten Lockdowns durfte das Museum seine Türen nicht mehr öffnen, die beliebten Workshops, bei denen Kinder eifrig Eier bemalen und verzieren, fielen ins Wasser, berichtet Margitta Berger. Sie ist trotz der Zwangspause aber optimistisch: „Wir hoffen auf nächstes Jahr und dass wir den Kindern dann wieder eine Freude machen können.“

Neben der Häschenschule spielt in der Vor-Osterzeit im Museum auch das regionale Brauchtum eine Rolle. In der Ausstellung werden Banner aufgestellt, die Bräuche und Traditionen zur Osterzeit im Dahmeland erläutern. Dazu gehört neben dem immer noch bei vielen Kindern beliebten Eiertrudeln das Pietschen – auch Stiepen genannt.

Am Ostersonntag machten sich dabei Kinder auf zu Großeltern und Verwandten, um in deren Gärten nach Ostereiern zu suchen. Mit dabei hatten sie Ruten aus Birkenzweigen. Um Ostergaben einzufordern, wurde leicht mit diesen Pietschen auf den Rock oder Hosenboden geschlagen. Die Suche konnte beginnen, sobald ein bekannter Spruch aufgesagt wurde, heißt es im Buch über „Sagen, Geschichten und Bräuche im Dahmeland“, herausgegeben vom Heimat- und Museumsverein.

Und dieses Sprüchlein lautete: „Pietsche, pietsche Osterei, schenke mir ein Kakelei./Gibst Du mir kein Osterei. Hau ich Dir den Rock entzwei!“ Eine solche Pietsche, die mit bunten Bändern verziert ist, wird normalerweise natürlich auch für die Ausstellung zurecht gebunden. Nadine Pensold