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Home Sonderthemen Zossen Zossen: Brüche bei Kindern komplizierter
10:49 21.12.2020
Ein Unfall ist schnell passiert. fotos: micromonkey-stock.adobe/dpa

Ein Sturz von der Schaukel, ein Fahrradunfall oder ein Unglück beim Tollen: Alle zwei Minuten verletzt sich ein Kind in Deutschland so schwer, dass es ins Krankenhaus muss. „Hier sind mitunter spezielle Behandlungen nötig“, sagt Ulrike Fischer, brandenburgische Landeschefin des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU).

Jeder zweite Unfall mit Kindern ereignet sich im privaten Umfeld, ein Viertel im Kindergarten oder in der Schule, ein Fünftel auf dem Spielplatz oder beim Sport. 1,7 Millionen Kinder müssen jedes Jahr nach Unfällen ärztlich behandelt werden. In 200 000 Fällen ist der Weg ins Hospital wegen Verletzungen unvermeidlich.

Neben Prellungen und Verstauchungen kommt es oft zu Brüchen, die nur beim Röntgen feststellbar sind. Das betroffene Körperteil bedarf zur späteren Behandlung zunächst der Schonung. „Wenn Knochen im Kindesalter brechen, ist dies oft komplizierter als bei Erwachsenen“, weiß Fischer. Grund: Im weiteren Wachstum kann der Knochen eine Fehlstellung einnehmen. Daher ist Fachwissen nötig.

Erfahrene Kinderorthopäden finden heute oft Wege, auf Operationen zu verzichten. In Anbetracht des kindlichen Wachstums ist häufig auch eine konservative Gipsbehandlung statt einer Operation möglich. Das hängt nach Auskunft von Fachleuten von mehreren Faktoren ab. Wichtig ist die Beachtung des Reifegrads der markanten Wachstumsstellen, etwa der teils noch knorpeligen Fugen an den Endstücken der Gliederknochen, von denen die weitere Entwicklung ausgeht.

Sollte es doch zum Eingriff kommen, machen neue schonende Operationsmöglichkeiten einen längeren stationären Aufenthalt im Hospital oft überflüssig. Vieles kann ambulant operiert werden. So ist es möglich, Gelenkbrüche auch mit kleinen Implantaten korrekt einzustellen. Zum Einsatz kämen bei Kindern etwa „elastische Nägel“, erläutert Fischer. Brüche müssen also nicht mehr offen mit Platten versorgt werden, lassen sich minimalinvasiv richten. Die Klinik sollte auf die Behandlung von Kindern eingerichtet sein und spezifische Erkenntnisse für die erfolgreiche Behandlung in der jeweiligen Altersgruppe beachten.  gd