Menü
Anmelden
Wetter Regenschauer
15°/10°Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg

Home Sonderthemen Brandenburg Ein offenes Ohr
17:14 23.03.2020
Pflegeberater am Telefon sind oft die erste Anlaufstelle für Ratsuchende. Eine umfangreiche Schulung bereitet die Beraterinnen und Berater auf ihre Tätigkeit vor.
FOTO: DJD/COMPASS PRIVATE PFLEGEBERATUNG

Im Land Brandenburg gibt es mehr als 132 000 pflegebedürftige Menschen. Nach einer Prognose des brandenburgischen Sozialministeriums werden es im Jahr 2030 fast 165 000 Menschen sein. Bundesweit ist die Zahl ähnlich stark wachsend. Jeder Pflegebedürftige und dessen Angehörige haben einen Rechtsanspruch auf kostenfreie und unabhängige Pflegeberatung. Damit steigt der Bedarf an Pflegeberatern – ein Job, zu dem man sich weiterbilden beziehungsweise umschulen lassen kann.

Vielversprechende berufliche Perspektiven

Für Menschen, die ihre ursprüngliche Tätigkeit zum Beispiel aufgrund von Gesundheitsproblemen nicht mehr ausüben können oder die sich neu orientieren wollen, ist Pflegeberater eine Option mit vielversprechenden Perspektiven. Chancen bieten sich bei Sozialämtern, Krankenkassen, Beratungsstellen, Kliniken, Pflegediensten und -einrichtungen. Auch eine Tätigkeit auf selbstständiger Basis ist möglich.

Am besten geeignet ist eine Schulung zum Pflegeberater für Menschen, die bereits einen Beruf im Sozial- oder Gesundheitswesen erlernt und schon praktische Erfahrungen in dem Bereich gesammelt haben. Kranken- und Altenpfleger bringen somit die besten Voraussetzungen mit. Grundsätzlich steht die Qualifizierung aber auch Quereinsteigern offen.

Gefragt sind Fachwissen und soziale Kompetenz

Die zentrale Aufgabe des Pflegeberaters besteht darin, Pflegebedürftige sowie ihre Angehörigen über Angebote und Sozialleistungen unabhängig zu informieren: Wie wird die Pflege organisiert, wo gibt es Hilfe, wer trägt die Kosten? Neben dem Fachwissen ist ein hohes Maß an sozialer Kompetenz unabdingbar. Denn „wir sprechen oft mit Menschen, die verzweifelt sind und teilweise auch weinen am Telefon“, sagt Petra Schlengermann, Mitarbeiterin bei „compass“, der Pflegeberatung der privaten Krankenversicherungen. „Wir holen über das Gespräch denjenigen ab, können aufbauen und begleiten.“

Da Pflegeberater kein anerkannter Ausbildungsberuf ist und die Bezeichnung noch nicht einmal gesetzlich geschützt ist, gibt es auch keine klassische Umschulung in Form einer zweiten Berufsausbildung. Es existiert jedoch eine Vielzahl von Akademien und ähnlichen Anbietern, bei denen man kostenpflichtig zum Pflegeberater aufsatteln kann – unter anderem beim Tüv, bei kirchlichen Einrichtungen, beim DRK oder auch bei privaten Bildungsträgern.

Je nach Lehrgang und Anbieter können die Rahmenbedingungen der Umschulung stark variieren. Es werden Inhalte aus den Bereichen Pfle- ge, Medizin, Sozialrecht, Fallmanagement, Gesundheitswissenschaft, Psychologie und Kommunikation vermittelt. Gewöhnlich kann die Qualifizierung in Voll- und Teilzeit absolviert werden und nimmt etwa drei bis sechs Monate in Anspruch. Allergrößten Wert sollte man darauf legen, dass der Abschluss nach § 7a SGB X zertifiziert ist. Damit ist man für seine berufliche Zukunft auf der sicheren Seite.

Informieren bei der Agentur für Arbeit

Wer eine Umschulung zum Pflegeberater ernsthaft ins Auge fasst, sollte nach einer Vorrecherche im Internet seinen ersten Gang zur Agentur für Arbeit machen und die grundsätzlichen Fragen klären: Wie genau sieht das Berufsbild aus? Bin ich für diesen Beruf geeignet, erfülle ich die Voraussetzungen? Wo in meiner Region kann ich die Ausbildung absolvieren, und wo eröffnen sich konkrete Jobchancen? Und vor allem sollte man sich darüber informieren, welche Fördermöglichkeiten es gibt. Denn die Weiterbildung ist „teilweise auch mittels eines Bildungsgutscheines der Agentur für Arbeit förderfähig“. Darauf weist Doreen Ließ von der Potsdamer Arbeitsagentur ausdrücklich hin. Von Maria Kröhnke

Info Unter https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs, einem Angebot der Arbeitsagentur, kann man sich die Kurse in seiner Region listen lassen.

IM DIENST DER GESUNDHEIT


Chirurgiemechaniker

Tätigkeit: Chirurgiemechaniker stellen Instrumente, Geräte oder Hilfsmittel her, die Ärzte bei Operationen, Untersuchungen und Behandlungen benötigen. Präzisionsinstrumente wie Operationsbesteck, Endoskope oder Implantate formen sie entweder aus verschiedenen Materialien, etwa Metall oder Kunststoff, oder sie bearbeiten vorgefertigte Rohlinge manuell oder maschinell. Falls erforderlich, entgraten und polieren sie die Werkstücke. Sie montieren die Geräte und verbinden dabei einzelne Teile durch Kleben, Verschrauben, Löten oder Schweißen. Zudem bringen sie elektronische oder optische Bauteile an. Schließlich führen sie eine Endkontrolle durch. Daneben warten Chirurgiemechaniker medizinischchirurgische oder kosmetische Instrumente und Geräte oder setzen sie instand.

Voraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung für die Ausbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss ein. Sorgfalt, Geschicklichkeit, gute Koordination, technisches, mathematisches und physikalisches Verständnis bilden eine gute Basis.

Vergütung: An Vergütungen in der 3,5j-ährigen Ausbildung werden je nach Lehrjahr und Bundesland zwischen 440 und 1122 Euro gezahlt.

Einsatzorte: Chirurgiemechaniker arbeiten in Handwerksbetrieben der Medizintechnik und in Industriebetrieben des medizinischen Instrumentenbaus.

1
/
2
Datenschutz