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Home Sonderthemen Kyritz Ausbildungsplätze in der Region
10:16 13.02.2020
Die Ruppiner Kliniken machen auf den Beruf des Notfallsanitäters aufmerksam. FOTOS: KATHLEEN SCHULZE

Von Gabriele Elstermann 

Neuruppin. Mit 86 ausstellenden Unternehmen befindet sich die Neuruppiner Bildungsmesse platzmäßig am Limit. „Für weitere Aussteller ist wirklich kein Platz mehr“, bedauert Falko Stephan, Leiter des IHK-Regional-Centers in Neuruppin. „Dabei stehen noch 20 Unternehmen auf der Warteliste.“

Der Stellenwert der Bildungsmesse am 15. Februar auf dem Gelände des Neuruppiner Oberstufenzentrums (OSZ) ist mit dieser Aussage wohl eindeutig definiert. Die Bildungsmesse „Deine Zukunft beginnt“ ist eine Erfolgsgeschichte. Für viele Unternehmen ist sie ein fester Termin in ihrem Jahreskalender und eine wichtige Möglichkeit, um junge Leute für sich zu gewinnen.
      

Eine Messe bietet besondere Chancen

Obwohl die Unternehmen bei der Suche nach Auszubildenden heute vielfältige Wege gehen, unterschiedlichste Plattformen und digitale Medien nutzen, hat eine Messe vor Ort einen ganz besonderen Stellenwert. Der Erfolg liegt im persönlichen Kontakt, weiß Stephan aus Erfahrung. „Man kann persönliche Fragen stellen und sich ein Bild vom Gegenüber machen. Die Verbindlichkeit eines persönlichen Gesprächs ist größer.“ Für viele Unternehmen ist dies ein entscheidender Grund dabeizusein. Und auch für Jugendliche und Eltern kann der persönliche Eindruck zu einem ausschlaggebenden Argument werden.

Der Sonnabend ist der Messetag

Die Neuruppiner Bildungsmesse findet auch in diesem Jahr an einem Sonnabend statt. Dies hat Tradition und soll auch künftig so bleiben, denn für die Veranstalter steht fest: Junge Leute, die an einem freien Tag eine Bildungsmesse besuchen, tun dies aus echtem Interesse. Mit etwa 800 bis 900 Besuchern hat die Neuruppiner Bildungsmesse zwar ein paar Besucher weniger als andere Messen dieser Art, „doch wir haben die Erfahrung gemacht, dass weniger mehr sein kann, wenn die Qualität der Kontakte hoch ist“, so Stephan.

Erfolgreich organisiert wird die Bildungsmesse seit Jahren von mehreren Partnern. Der Landkreis OPR, die IHK, das OSZ, die Kreishandwerkerschaft, die Agentur für Arbeit und die Stadt Neuruppin mit der INKOM tragen zum Gelingen der Messe bei, die in diesem Jahr zum zwölften Mal in bewährter Form, aber doch mit einer entscheidenden Veränderung stattfindet. Die Bildungsmesse findet in diesem Jahr erstmals von 10 bis 13 Uhr statt und beginnt damit eine Stunde später. „Wir folgen damit dem Wunsch vieler Aussteller“, erklärt Falko Stephan.

Die 86 Aussteller bieten ein breites Spektrum und repräsentieren inklusive der Möglichkeiten der Arbeitsagentur, der IHK und der Kreishandwerkerschaft, weitere Ausbildungsstellen auch von Unternehmen anzubieten, die nicht vor Ort sind, etwa 300 Ausbildungsberufe. Außerdem können sich die Besucher über Angebote bei Praktikumsplätzen, Ferienjobs und Studienplätzen informieren. Neben Industriebetrieben gehören unter anderem Handwerksbetriebe, die Bundeswehr, die Polizei, das Amtsgericht, die Kliniken, der Landkreis Ostprignitz-Ruppin und Bildungseinrichtungen zum breiten Spektrum der Aussteller. Neben Cafeteria und Aula sind Aussteller in allen vier Häusern des OSZ sowie im Außenbereich zu finden. Im sogenannten A-24-Zelt – einem Projekt der REG – stellen sich Unternehmen vor, die entlang der Autobahn ansässig sind.

Eine Messe mit und für die Region

Der regionale Bezug ist allen Akteuren besonders wichtig. Und deshalb darf „nur Aussteller werden, wer auch Ausbildungsplätze in der Region zu bieten hat“, erklärt Falko Stephan. „Uns geht es darum, den jungen Leuten zu zeigen, dass die Ausbildungsmöglichkeiten in der Region vielfältig sind, dass man auch hier Kariere machen und auch bei Unternehmen aus der Region international tätig sein kann.“

Auch deshalb möchte der IHK-Regionalleiter abschließend an alle Unternehmen appellieren, die nicht bei der Bildungsmesse dabei sind: „Prüfen Sie, ob Ihre aktuellen Ausbildungsangebote auch in der Lehrstellenbörse der IHK (www.ihk-lehrstellenboerse.de) zu finden sind. Wir können an unserem Stand für jeden interessierten Jugendlichen alle Angebote abrufen und so indirekt auch die Unternehmen vertreten, die am 15. Februar nicht vor Ort sind.


Metallbauer Mathias Gutsche entgratet und montiert Werkstücke einer Kleinserie. FOTO: BARBARA ELLMANN
Metallbauer Mathias Gutsche entgratet und montiert Werkstücke einer Kleinserie. FOTO: BARBARA ELLMANN

Neuruppin. Auch wenn die Firma Mebatec Stahlbau GmbH in diesem Jahr erstmals auf der Bildungsmesse vertreten ist, gehört sie doch zu den alteingesessenen Unternehmen im Treskower Gewerbegebiet. Seit 1990 besteht der Betrieb mit acht Facharbeitern, der sich der Fertigung von Stahlkonstruktionen nach Kundenwunsch verschrieben hat.

„Wir sind zusammen älter geworden“, erzählt Michael Busse, Geschäftsführer, der seit 1993 zum Unternehmen gehört. „Kontinuierlich haben wir Lehrlinge ausgebildet“, ergänzt er. Die Ausbildung zum Metallbauer mit der Fachrichtung Konstruktion bei Mebatec startet im August und dauert insgesamt dreieinhalb Jahre.

In dieser Zeit lernen die Auszubildenden unter anderem, eine Bauzeichnung zu lesen, zu schweißen, Bleche zu formen, zu sägen, zu bohren und selbstständig zu arbeiten. Mitbringen sollten die Bewerber echtes Interesse an der Tätigkeit und Freude am Material. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung bietet das Unternehmen die Übernahme in eine Festanstellung an. Barbara Ellmann


Neuruppin. Dass in der Justiz nicht nur Richter und Staatsanwälte tätig sind, davon können sich Schulabgänger am 15. Februar im Oberstufenzentrum (OSZ) ein eigenes Bild machen. Sie erfahren, dass die Justiz beileibe keine trockene Materie ist.

Welche Ausbildungsmöglichkeiten es im gerichtlichen Bereich gibt, darüber informieren ein Rechtspfleger und drei Justizfachangestellte, darunter Saskia Okonek. Sie hat vor vier Jahren ihre Ausbildung beendet und, wie sie sagt, den Beruf fürs Leben gefunden. Voraussetzung ist ein mittlerer Schulabschluss. Justizfachangestellte durchlaufen eine dreijährige Ausbildung an einem der vier Ausbildungsgerichte in Neuruppin, Cottbus, Brandenburg an der Havel und Fürstenwalde. Nach bestandener Prüfung steht dem Berufsanfänger ein breites Betätigungsfeld offen. Er kann in den verschiedenen Abteilungen der Gerichte wie Grundbuchamt, Nachlassabteilung, aber auch bei den Staatsanwaltschaften oder im Justizministerium arbeiten.

Wer sich für den Beruf des Rechtspflegers entscheidet, absolviert ein duales Fachhochschulstudium von drei Jahren. Rechtspfleger nehmen im Bereich rechtsprechender und rechtsgestaltender Tätigkeit Aufgaben wahr, die früher ausschließlich Richtern oblagen. Sie entscheiden eigenverantwortlich. Gemeinsam mit den Justizfachangestellten und anderen Angehörigen der Justiz sichern sie den Rechtsfrieden in unserer Gesellschaft.

Wer mehr wissen will, kann sich am Sonnabend am Stand des Amtsgerichts mit seinen Fragen an Saskia Okonek und ihre Kollegen wenden. ds


Neuruppin. Seit dem 1. Januar 2020 gibt es in der Pflege den neuen Ausbildungsberuf Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Aufgrund der neuen Regelungen des Pflegeberufegesetzes wurden die bislang getrennten Ausbildungen der Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege zu einer Ausbildung zusammengeführt. Dabei kann nach einer zweijährigen generalistischen Ausbildung im dritten Jahr eine Spezialisierung auf die Alten- oder die Kinderkrankenpflege erfolgen. Als Zugangsvoraussetzung ist ein mittlerer Schulabschluss erforderlich, also eine mindestens zehnjährige allgemeine Schulbildung. Auch ein neunjähriger Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer Helferausbildung ist möglich.

Die Ausbildung soll zur Pflege von Menschen aller Altersgruppen in allen Versorgungsbereichen befähigen. Die Ausbildung erfolgt in Schule und Betrieb. Der Abschluss ist EU-weit anerkannt. Informieren kann man sich zum Beispiel am Stand des Seniorenwohnparks Neuruppin im Haus D. MAZ

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