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Home Sonderthemen Oberhavel Betriebe brauchen Entlastung
01:00 01.01.1970

FOTO: ADOBE STOCK/AUREMAR
Kreishandwerkerschaft Oberhavel

Von Stefan Blumberg 

Ausbildungsbetriebe müssen entlastet werden, verlangt Bau- und Möbeltischler Norbert Fischer. Der Kreishandwerksmeister von Oberhavel kennt sich bestens aus, er ist selbst Unternehmer. Obendrein fungiert der Schildower als Obermeister der Tischlerinnung. Zwar wird er seine Firma aus Altersgründen und mangels Nachfolger alsbald abmelden, dennoch liegt ihm die Zukunft des Handwerks sehr am Herzen. Er schlägt in dieselbe Kerbe wie der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer.

Die Forderung ist unmissverständlich: Die Politik müsse die kleinen und mittleren Betriebe von Bürokratie und Kosten bei der Ausbildung entlasten. 83 Prozent der Ausbildungsbetriebe seien Klein- und Kleinstbetriebe. Sie übernähmen gesellschaftliche Verantwortung und schulterten erhebliche Kosten in Höhe von durchschnittlich knapp 17 000 Euro pro Lehrling. „Deshalb sollten den Betrieben die Sozialabgaben erlassen werden“, fordert Norbert Fischer.


Wir möchten unsere Fachkräfte selbst ausbilden, doch das wird immer schwieriger.

Norbert Fischer
Kreishandwerksmeister Oberhavel


Kay-Jürgen Reddig, Geschäftsführer des zehn Mitarbeiter starken Sanitärmeisterbetriebes Reddig in Germendorf, nimmt den Faden auf. „Die Auszubildenden erhalten keinen besonders hohen Lohn. Davon müssen sie auch noch Abgaben zahlen. Dann bleibt nicht mehr viel Geld übrig. Das ist nicht attraktiv. Größere Unternehmen können mehr zahlen“, so der stellvertretende Kreishandwerksmeister und Obermeister der Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Für Azubis müsse bei der Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung dasselbe gelten wie für Studenten, die bis zum 25. Lebensjahr bei den Eltern kranken- und pflegeversichert sind. Auch wegen dieser Ungleichbehandlung sei es schwierig, überhaupt Auszubildende fürs Handwerk zu bekommen. „Wir möchten unsere Fachkräfte selbst ausbilden, doch das wird immer schwieriger“, so Norbert Fischer. Kay-Jürgen Reddig sieht das Fachkräfteproblem auch auf sein Unternehmen zukommen, selbst wenn ihn das Thema aktuell noch nicht tangiert. Allerdings seien seine Mitarbeiter nicht mehr die Jüngsten. Deshalb suchte er auch auf der Ausbildungsmesse „Youlab“ in Oranienburg nach potenziellen Azubis.

Die Abschaffung der Meisterpflicht im Jahre 2004 in etlichen Handwerksberufen führte zu einem enormen Rückschlag. Gab es 2004 noch 924 Ausbildungsverhältnisse in Oberhavel, ging es danach rapide abwärts. 2014 waren es noch 446. Der leichte Aufschwung kam erst 2016 (480). Im vergangenen Jahr notierte die Kreishandwerkerschaft Oberhavel 508 Azubis in 249 Ausbildungsbetrieben.

Die Spitze der Kreishandwerkerschaft in Oberhavel ist sich sicher, dass eine Entlastung bei den Sozialabgaben der Ausbildung auf die Sprünge helfen würde. Gefordert seien aber auch die Familien, dort sollte eine gewisse Lobbyarbeit betrieben werden, um die Kinder für Handwerksberufe zu begeistern. Norbert Fischer packt noch ein weiteres Argument auf den Tisch: „Wer heute einen Handwerksberuf erlernt, braucht sich über seine Zukunft keine Sorgen machen. Arbeit wird es immer geben.“

FOTO: NETTELSTROTH
FOTO: NETTELSTROTH

Überall in den Gärten im Landkreis Oberhavel zeigen sich die Frühlingsblüher. Die milde Witterung hat Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse animiert, früher als üblich die Köpfe aus der Erde zu strecken. Teilweise sind sie schon wieder am verblühen. Selbst Büsche und Sträucher haben oft schon Anfang Februar erste grüne Austriebe gezeigt. Jetzt ist aber auch die passende Zeit, neue Projekte im Haus anzugehen. Das Jahr ist noch jung und mancher hat sich vielleicht zum Jahreswechsel vorgenommen, seinem Haus oder seiner Wohnung 2020 einen neuen Schliff zu geben oder lang geplante Neuerungen anzugehen. Zum Beispiel mit Maßnahmen zur energetischen Sanierung. In unserer Beilage „Mein Zuhause“ wollen wir Ihnen Anregungen geben, was Sie tun können, um Ihre Wohnung und das Drumherum aufzumöbeln. net

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