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Beruf & Bildung

Bewunderte zweite Säule

Berufsschulen sind meist auf Sparten zugeschnitten

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Berufsschulen sollen sowohl die Allgemein- als auch die fachspezifische Bildung fördern. Fotos: Daniel Bockwoldt/dpa; dpa

Bei der international als vorbildhaft geltenden dualen Ausbildung in Deutschland wird neben der praktischen Lehre vor allem auch die zweite Säule der Berufsschule bewundert. Die hier vermittelte theoretische Qualifikation rund um die jeweilige Sparte und auch die Allgemeinbildung seien für viele Jugendliche mit ein Grund, die konkrete Ausbildung in einer Lehre der akademischen an einer Hochschule vorzuziehen, sagt der Geschäftsführer Bildung der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK), Wolfgang Spieß. Auszubildende können sich dabei eine bevorzugte Berufsschule zwar nicht unbedingt frei aussuchen. In Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb bestehe aber eine gewisse eingeschränkte Wählbarkeit, so Spieß.

Rund 1,3 Millionen Lehrlinge absolvieren aktuell diese sogenannte duale Ausbildung in der Bundesrepublik. An den beruflichen Schulen Brandenburgs lernten hier im vergangenen Schuljahr 28 000 Jugendliche. Sie sollen an den in Brandenburg als Oberstufenzentren (OSZ) konzipierten insgesamt 28 entsprechenden Ausbildungsorten nicht nur wichtige theoretische Kenntnisse ihrer Berufspraxis erwerben, sondern für ihr weiteres Leben ein Fundament der Allgemeinbildung mit Fächern wie etwa Deutsch, Englisch oder Mathematik schaffen.

In aller Regel absolvieren Auszubildende ihren Berufsschulunterricht in dem Schulbezirk, in dem auch der Ausbildungsbetrieb ansässig ist. Gibt es allerdings eine Berufsschule, die näher am Wohnort des Schülers liegt oder andere Erleichterungen mit sich bringt, kann in Kommunikation mit dem Ausbildungsbetrieb auch diese besucht werden. „Wenn triftige Gründe dafür sprechen, wird dem in aller Regel zugestimmt“, sagt Spieß. Zuständige Stelle für die Ansprache sei entweder die IHK oder aber die Handwerkskammer in Absprache mit dem Staatlichen Schulamt. 

Voraussetzung dafür ist aber, dass die fachliche Zuordnung der Berufsschule stimmt. Nicht jedes OSZ ist bei 180 Berufsbildern im IHK-Bezirk Potsdam auf die spezifische Berufssparte zugeschnitten. In Berufsschulen gibt es prinzipiell sieben mögliche Fachbereiche: Agrarwirtschaft, Gestaltung, Gesundheit, Erziehung und Soziales, Informatik, Technik und Naturwissenschaften, Ernährungs- und Versorgungsmanagement sowie Wirtschaft und Verwaltung. Hier erwerben Berufsschüler theoretische Kenntnisse für ihre Berufspraxis.

Vor diesem Hintergrund ist es auch möglich, dass der Berufsschulunterricht in einem anderen Bezirk oder manchmal gar anderem Bundesland nötig ist, je nachdem, welche Ausbildung absolviert werden soll. Bei geringer Anzahl der Auszubildenden eines Fachbereichs werden Standorte der Klassen in Ausnahmefällen auch länderübergreifend gebildet. Im Rahmen der Landesschulbezirksverordnung wird in Brandenburg im jährlichen Rhythmus darüber beratschlagt, an welchen OSZ-Standorten welcher Ausbildungsberuf Sinn ergibt.

Der Unterricht findet in Teilzeit an ein bis zwei Tagen pro Woche oder aber, wie etwa im IHK-Bezirk Potsdam üblich, wochenweise in Blockform statt. Die Unterrichtsdauer wird dabei auf die Arbeitszeit angerechnet. Die Wegezeiten werden indes nicht integriert. Gerade sie können aber mitunter bei nicht ganz so konventionellen Berufen lang sein, wenn die entsprechende Berufsschule weit entfernt ist.

Abhängig von der Distanz nehmen mit der Berufsschule zusammenhängende Kosten zu. Auch kann eine Unterkunft vor Ort nötig sein. Wenn tarifliche Vereinbarungen es nicht anders vorsehen, sind die Kosten dabei zunächst einmal Sache des Auszubildenden. Das brandenburgische Bildungsministerium gewährt aber Zuschüsse zu Aufwendungen für Unterkunft und Verpflegung. Zudem wird diskutiert, Möglichkeiten günstigen Jugendwohnens mit Wohnheimen und Appartementhäusern auszubauen. Auch für die Fahrtkosten existieren Fördermöglichkeiten. Gerald Dietz

Aufwärtstrend bei Auszubildenden

Nach zwei Jahren auch Pandemie-bedingt sinkender Auszubildendenzahlen wird 2022 offenbar ein Aufwärtstrend sichtbar.

Allein in den ersten vier Monaten habe es mit 592 ein Drittel mehr neue Verträge gegeben als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, meldet die Potsdamer Industrie- und Handelskammer.

In der Sparte Hotel und Gastronomie waren es sogar doppelt so viel. Auch in der Metalltechnik und im Handel gab es überdurchschnittliche Zuwächse.

Jetzt anmelden für digitale Messe „mazubi“

Die MAZ geht in diesem Jahr unter die Messeveranstalter. Vom 10. bis 17. Oktober 2022 ist die digitale Ausbildungsmesse „mazubi“ online und bringt angehende Berufseinsteiger mit Unternehmen zusammen.

Unternehmen in Brandenburg können sich ab jetzt als Aussteller für „mazubi“ anmelden. Die digitale Messe bietet die Gelegenheit, sich in einem attraktiven Umfeld jungen Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz interaktiv und modern zu präsentieren und erste Kontakte zu knüpfen.

Schülerinnen und Schüler bewegen sich über das virtuelle Messegelände und können sich rund um die Uhr über Aussteller informieren. Wer möchte, kann direkt Fragen via Chat oder Videointerview an die Betriebe stellen.

Info

Ist die Neugier geweckt? Scannen Sie den QR-Code, um weitere Informationen zu erhalten. Mehr zur Ausbildung in Brandenburg liefert „mazubi digital“, das digitale Ausbildungsmagazin der MAZ, unter www.mazubi.de