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Home Sonderthemen Kyritz Behörde redet immer mit
12:16 03.03.2020
Nicht nur in den historischen Innenstädten Brandenburgs stehen Gebäude unter Denkmalschutz. Auch mancher alte Bauernhof wurde für schützenswert befunden. FOTO: VDZ_IH DENKMALSCHUTZ

Von Ulrich Nettelstroth

Unter Denkmalschutz steht, was für die Nachwelt erhalten bleiben soll. Wer ein historisches Bauwerk besitzt und möglicherweise selbst bewohnt, kann sich glücklich schätzen. Die Energierechnung für ein solches Objekt ist aber in der Regel deutlich höher als bei einem modernen Gebäude. Eine energetische Modernisierung ist möglich, aber einfach loslegen darf man nicht. Bestimmte bauliche Eingriffe sind verboten und auch kleinere Änderungen unterliegen strikten Regeln. Jede energetische Modernisierung sollte gut geplant werden, empfiehlt deshalb das Serviceportal „Intelligent heizen“. Für denkmalgeschützte Immobilien gilt das doppelt; denn in diesem Fall muss das Vorhaben mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden.

Mit einer energetischen Sanierung den Energieverbrauch zu senken und gleichzeitig die historische Substanz zu erhalten – diesen Spagat gilt es bei einer denkmalgeschützten Immobilie zu meistern. Dem Einbau effizienter Heizsysteme wie Brennwerttechnik, Wärmepumpe oder Pelletheizung steht in der Regel nichts im Wege. Schwieriger wird es bei Maßnahmen, die das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes verändern. Das betrifft in erster Linie die Fassadendämmung – eine der wichtigsten Maßnahmen, um Energie und Kosten einzusparen. Um das Erscheinungsbild nicht zu verändern, muss häufig auf eine Innendämmung ausgewichen werden. Ähnliches gilt für die Installation von Solaranlagen. Wer diese auf der straßenabgewandten Seite des Hauses einplant, erhöht die Chance einer Genehmigung.

Steht die Fassade unter Schutz, kann eine nachträgliche Dämmung meist nur innen erfolgen. FOTO: JENS WOLF/DPA-ZENTRALBILD
Steht die Fassade unter Schutz, kann eine nachträgliche Dämmung meist nur innen erfolgen. FOTO: JENS WOLF/DPA-ZENTRALBILD

Die energetische Sanierung einer denkmalgeschützten Immobilie muss generell mit der Behörde abgestimmt werden. Energieberater für Denkmäler oder Bauplaner erstellen ein Konzept und kümmern sich um die Genehmigung. Erst wenn die Denkmalschutzbehörde die Erlaubnis erteilt, können die Arbeiten beginnen. Diese sollten von Handwerkern mit einer speziellen Ausbildung zum Denkmalschutz ausgeführt werden. Bei der Finanzierung unterstützt die KfW Bankengruppe mit vereinfachten Fördervoraussetzungen und zinsgünstigen Krediten.


Barrierefreiheit fehlt noch oft

Für Umbauten gibt es staatliche Zuschüsse

Eigentlich sollte Barrierefreiheit im Neubau selbstverständlich sein. In einer alternden Gesellschaft wächst schließlich der Bedarf an entsprechendem Wohnraum ständig. In der Realität wird in diesem Punkt jedoch weiterhin oft gespart. Treppen, zu enge Flure und Türen, ein Badezimmer, in das kein Rollstuhl passt – solche Hemmnisse sind im Altbau verbreitet und manchmal auch noch in neuerrichteten Gebäuden anzutreffen. Schätzungen zufolge sind trotz Fortschritten in der letzten Zeit nur etwa 800 000 Wohnungen in Deutschland barrierefrei. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen, die zu Hause versorgt werden, ist jedoch mit rund 2,3 Millionen fast dreimal so hoch.

Dabei erhöht es die Kosten kaum, ein Haus von vorneherein altersgerechtes zu bauen, wie Studien zeigen. Barrierefreie Maßnahmen machen demnach nur knapp 1,3 Prozent der Baukosten pro Quadratmeter aus. Bei einer 75-Quadratmeter-Wohnung kostet komplette Barrierefreiheit also nur 1600 Euro mehr. „Diese Investition zahlt sich nicht erst im hohen Alter aus, denn Barrierefreiheit bedeutet auch für fitte Menschen mehr Komfort“, sagt Angelika Sosnowski von der Bausparkasse BHW. Eine Rampe oder ein Aufzug hilft nicht nur Rollstuhlfahrern, sondern auch Eltern mit Kinderwagen. Von einem geräumigeren Bad profitieren alle.

Auch ein nachträglicher Umbau hin zu Barrierefreiheit lohnt sich und verhindert, dass ältere Bewohner mit 70 oder 80 ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen, um in eine geeignetere Wohnung umzuziehen. „Wer barrierefrei umbaut, hat Anspruch auf zinsgünstige Förderung, ganz unabhängig vom Alter oder den gesundheitlichen Einschränkungen“, erklärt Sosnowski. Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau kann man bis zu 50 000 Euro Kredit beantragen. Zudem gibt es Zuschüsse bis zu 6250 Euro. Förderfähig sind schwellenlose Eingänge, Handläufe an Treppen, bodengleiche Duschen, Rampen oder Treppenlifte. net

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