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Home Sonderthemen Kyritz Süßes in Handarbeit
08:36 23.12.2019
Heike Gardow arbeitet sehr gern in der Weihnachtsbäckerei. FOTOS (5): ANDRÉ REICHEL

Von André Reichel

Kyritz. Von Schokoladenduft kann Heike Gardow einfach nicht genug bekommen. Die gelernte Konditorin aus der Bäckerei Armster in Kyritz ist schon seit Ende Oktober damit beschäftigt, weihnachtliche Leckereien aller Art herzustellen. Dafür wurde sie von der Tagschichtleiterin Kornelia Parzonka eigens von der sonst anfallenden Arbeit freigestellt. „Sie hat dafür das beste Händchen von uns allen“, sagt Kornelia Parzonka.
  

In die letzten Runden geht es nun für die Konditorin in Sachen Weihnachtsbäckerei, denn die Feiertage stehen unmittelbar vor der Tür. Es riecht in der Konditoreiabteilung bei Bäcker Armster nach Schokolade, Mandeln und Vanille. „Für mich ist das die schönste Zeit des ganzen Jahres“, schwärmt Heike Gardow. Obwohl sie in dieser sich dem Ende zuneigenden Saison schon tausende Plätzchen, Lebkuchen und Dominosteine in den Händen hielt, hat sie davon noch lange nicht genug. „Ich bin schon oft gefragt worden, ob ich den Süßkram über habe, doch ich esse ihn nach wie vor gern – und das fast täglich“, sagt Heike Gardow. Den Lebkuchenteig, den sie zu Wochenbeginn zusammen mit einigen Kollegen in Herzform bringt und anschließend in ein Schokoladenbad taucht, hat die Konditorin bereits am Freitag angesetzt. „Er muss erst ein paar Tage reifen, bevor er verarbeitet werden kann“, erklärt Heike Gardow.

Birgit Makel verkauft im Laden die weihnachtlichen Leckereien.
Birgit Makel verkauft im Laden die weihnachtlichen Leckereien.
Zum Sortiment der Bäckerei Armster in Kyritz gehören auch Plätzchen und Stollen.
Zum Sortiment der Bäckerei Armster in Kyritz gehören auch Plätzchen und Stollen.

Noch viel mehr Fingerspitzengefühl erfordert die Herstellung von Dominosteinen. Dafür braucht sie auch etwas von dem Lebkuchenteig, den sie eigens beiseite gestellt hat. Blecheweise rollt die Konditorin eine dünne Schicht dieses braunen Teiges aus, der dann für neun Minuten bei 210 Grad in den Ofen kommt. Bis zu 1300 Dominosteine fertigt Heike Gardow auf diese Weise in nur einer Woche.

Viele Schritte reinster Handarbeit sind für einenDominostein nötig. 
Viele Schritte reinster Handarbeit sind für einenDominostein nötig. 
Das Tauchbad in warmer Sokolade ist der letzteArbeitsschritt. 
Das Tauchbad in warmer Sokolade ist der letzteArbeitsschritt. 

Doch die Arbeit an diesen kleinen leckeren Kunstwerken hat nun erst richtig begonnen. Als nächstes schneidet sie aus den Platten 4,5 mal 4,5 Zentimeter große Quadrate. Auf die untere Lebkuchenschicht gießt Heike Gardow schließlich heißen Gelee, den sie gerade selbst gekocht hat. Bis zu 40 Liter braucht sie für alle Bleche. Schon kommt die zweite Lebkuchenschicht oben drauf. Alles muss erst einmal abkühlen. Diese Schicht hinzubekommen, ist der heikelste Arbeitsschritt von allen. Schließlich folgt die Persipanschicht. Damit sie hält, muss der Lebkuchenteig mit Erdbeermarmelade bestrichen werden. Als letztes kommt jeder einzelne Dominostein noch aufgespießt in das Schokoladenbad und zum Abtropfen und Abkühlen auf ein Gitterrost. Jetzt werden sie für den Verkauf in den Laden gebracht. Dort findet sich das ganze Sortiment der Weihnachtsbäckerei; Mohn- und Quarkstollen, Hanseaten in Herzform, Plätzchen, Rumkugeln und Heidesandgebäck. Dafür waren fünf Konditoren täglich am Werk.
    

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