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Home Sonderthemen Oberhavel Bad ohne Barrieren
07:06 07.05.2019
Eine bodengleiche Dusche ist nicht nur praktisch, mit ihr lassen sich auch Akzente setzen. FOTOS: DJD/SCHLUETER-SYSTEMS, FOTOLIA

Von Ulrich Nettelstroth 

Ein barrierefreies Badezimmer bietet Vorteile für alle Generationen. Ohne Schwelle oder Hinternisse – etwa beim Einstieg in die Dusche – ist der Raum zum einen sicher und komfortabel zu nutzen. Zum anderen wirkt er auch großzügig und offen.

Bisher erschien Barrierefreiheit insbesondere jüngeren Menschen mitunter als etwas Verzichtbares. Aber hier macht sich inzwischen ein Umdenken bemerkbar. Gerade bei der Konzeption des Badezimmers ist es sinnvoll, auf Schwellen zu verzichten. Denn wer sich nicht „krumm machen“ muss, um alltägliche Situationen zu meistern, kann im Alter länger die Selbstständigkeit bewahren. Außerdem kann es durch Unfälle oder Krankheiten auch in jüngeren Jahren zu Einschränkungen kommen.

Für die Gestaltung von barrierefreien Bädern gibt es auch Fördermöglichkeiten, die genutzt werden können. Von der Förderbank KfW gibt es einen Kredit, der nicht komplett zurückgezahlt werden muss, ergänzt durch Landesprogramme, die in Brandenburg über die Förderbank ILB laufen. Auch Krankenkasse oder Pflegeversicherung bezuschussen unter bestimmten Bedingungen Investitionen, mit denen das Badezimmer beispielsweise rollstuhlgerecht gestaltet wird. Das kann dann in Frage kommen, wenn der Arzt entsprechende Hilfsmittel verordnet hat beziehungsweise eine Pflegestufe festgelegt wurde.

Für ein barrierefreies Bad empfiehlt sich ein etwas großzügigerer, freiräumiger und aufgeräumter Grundriss, sagt die Architektin Lütfiye Erbas vom Hersteller Vitra Bad. „Schräge Winkel und versteckte Ecken sind nur dann attraktiv, wenn der Bewohner sie auch erreichen kann“, erklärt sie. Handtuchhalter und die wichtigsten Schränke sollten so montiert sein, dass sie auch bequem im Sitzen erreicht werden können. Da mit zunehmendem Alter meist auch das Sehvermögen leidet, ist ebenso auf eine gute Ausleuchtung und ein intelligentes Kontrastverhältnis zu achten. Eine klare Linienführung hilft bei der Orientierung im Raum. Die farbliche Gestaltung etwa der Fliesen kann für Anhaltspunkte sorgen. Gut greifbare Formen sind empfehlenswert.

Es gibt zudem attraktive Designelemente, etwa Abdeckungen aus gebürstetem Edelstahl, wie sie der Hersteller Schlüter-Systems im Angebot hat. Kombiniert werden können sie mit eleganten und praktischen Duschablagen, die in Wandecken, Wandflächen oder Nischen eingebaut werden können.

Wer in seinem Eigenheim über den Einbau eines barrierefreien Bades nachdenkt, sollte folgende Checkliste berücksichtigen:

- Tür geht nach außen auf und ist von außen entriegelbar
- Bodengleiche Dusche mit Sitzmöglichkeit, Wanne mit Seiteneinstieg
- Möbel mit abgerundeten Ecken
- Gute Ausleuchtung – auch in den Ecken
- WC mit ausreichenden Abständen seitlich und nach vorn
- Waschtisch mit Rollstuhl unterfahrbar, Spiegel für sitzende Personen einsehbar.


Sand als Grundstoff für Beton ist ein begehrter und inzwischen in vielen Ländern knapper Baustoff, denn nur bestimmte Qualitäten können verwendet werden. Wüstensand, der in praktisch unbegrenzter Menge vorhanden ist, wurde durch den Wind so rund geschliffen, dass er sich für die herkömmliche Betonproduktion nicht eignet. Ein Unternehmen aus Thüringen hat in Zusammenarbeit mit der Bauhaus-Universität Weimar nun ein Verfahren entwickelt, mit dem das Material nutzbar gemacht werden kann. Für den sogenannten Polymerbeton wird der Wüstensand mit einem Kunstharz gebunden, dass zu großen Teilen aus ausgedienten PET-Flaschen hergestellt wird. Daraus werden leichte Steine mit einer Steckverbindung wie bei Legosteinen gegossen. Zur Herstellung wird kein Wasser benötigt, deshalb eignet sich der neuartige Baustoff gut für regenarme Regionen etwa in Afrika oder Asien.

Erstes Wohnprojekt in Namibia gestartet

In Windhoek, der Hauptstadt von Namibia, wurde jetzt ein erstes Wohnungsbauprojekt mit dem Baustoff gestartet. Die Idee: Durch die neuentwickelte Bauweise lassen sich preiswerte Wohnhäuser für bisherige Slumbewohner errichten. Aber auch in Deutschland könnte das Material zum Einsatz kommen und für niedrigere Baupreise sorgen.

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