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Home Sonderthemen Fläming Einmaleins des Schnitzens
16:00 22.10.2019
Vor dem Rathaus werden die kleinen Kunstwerke präsentiert. FOTOS: ANDRÉ GROßMANN

Von Jessica Kliem 

Bad Belzig. Rund um Halloween sind sie allgegenwärtig mit ihren leuchtenden Gruselgesichtern: geschnitzte Kürbisse. Der Brauch des Kürbisschnitzens geht auf eine irische Sage zurück und wurde zuerst von irischen Einwanderern in den USA gepflegt. Mittlerweile ist er auch in Deutschland überaus beliebt.

Auf der 11. Bad Belziger Kürbisnacht am 25. Oktober dürfen die grinsenden Kürbisgesichter deshalb nicht fehlen. Anlässlich der vom örtlichen Gewerbeverein organisierten Veranstaltung samt Mitternachtsshopping werden die Kürbisse nicht nur die Innenstadt schmücken, sondern auch im Rahmen eines Kürbisschnitz- und Bastelwettbewerbs prämiert: Auf dem Platz vor dem Rathaus werden zudem alle selbst gestalteten Exemplare präsentiert. Wer zum Kürbisschnitzer werden möchte, braucht vor allem einen geeigneten Kürbis, entsprechendes Werkzeug und eine gute Motividee.

Große Kürbisse für Einsteiger

Über 850 verschiedene Kürbissorten gibt es. Nicht alle sind zum Schnitzen geeignet. Vor allem für Einsteiger empfiehlt sich die Wahl einer großen Sorte, bei der sich das Fruchtfleisch leicht lösen lässt und auch die äußere Schale einfacher zu bearbeiten ist. Eine beliebte Sorte zum Schnitzen ist neben dem handelsüblichen Hokkaido-Kürbis vor allem die Sorte Early Harvest. Die mit einem Durchmesser von rund 25 Zentimetern relativ großen Kürbisse gelten als Halloween-Klassiker schlechthin. Aber auch Kürbisse weniger bekannter Sorten wie Howden, Rocket oder Aspen eignen sich zum Schnitzen. Wichtig ist, dass die Kürbisse ausreichend reif sind, da sich ihr Fruchtfleisch sonst nur schwer entfernen lässt. Reife Kürbisse lassen sich an ihrer harten Schale erkennen und klingen beim Draufklopfen hohl. Fühlt sich der Kürbis hingegen leichter an, als er aufgrund seiner Größe vermuten lässt, deutet das auf ein fauliges Kürbisinnere hin.

Mit Messer, Handschuhen und Filzstift ans Werk

Ohne das passende Werkzeug wird das Kürbisschnitzen zu einer mühsamen Angelegenheit. Für die klassische Halloween-Fratze sind die wichtigsten Utensilien ein großes Küchenmesser sowie ein gut geschärftes kleineres Messer. Zum besonders feinen Herausarbeiten der Gesichtskonturen eignet sich ein Teppichmesser. Wer Loch-, Herz- oder Sternenmuster in den Kürbis schnitzen möchte, kann auf handelsübliche Apfelausstecher oder Plätzchenausstecher aus Metall zurückgreifen. Hilfreich sind zudem ein wasserlöslicher Filzstift zum Vorzeichnen der Schnittlinien und Handschuhe, um gelbe Finger und Schnittverletzungen zu vermeiden. Für die Beleuchtung der Kürbisfratze wird ein Teelicht benötigt. Wer auf eine offene Flamme lieber verzichten möchte, kann auf LED-Teelichter zurückgreifen.

Kürbisfleisch gründlich lösen

Ist der passende Kürbis ausgewählt und das Motiv festgelegt, wird der Kürbisdeckel mit dem großen Küchenmesser aus dem Kürbis herausgeschnitten. Der Schnitt sollte dabei schräg in Richtung Mitte ansetzen. So entsteht eine breitere Auflagefläche, die verhindert, dass der Deckel später ins Kürbisinnere fallen kann. Der Kürbisstiel wird als Griff zum Öffnen auf dem Deckel gelassen. Das Kürbisfleisch und die Kerne müssen mit einem großen Löffel entfernt und das faserige Kürbisinnere gründlich von den Rändern gekratzt werden. Am Ende sollte ein hohler Kürbis mit einem etwa zwei Zentimeter breiten Rand übrig bleiben. Bei Speisekürbissen muss das herausgelöste Kürbisinnere nicht weggeworfen werden, sondern kann beispielsweise zu Kürbissuppe oder Kürbiskuchen verarbeitet werden. Die übrig gebliebenen Kürbiskerne lassen sich rösten und als Salattopping nutzen.

Feine Konturen schnitzen

Das gewünschte Kürbismotiv wird vor dem Schnitzen am besten freihändig oder per Schablone auf den Kürbis gezeichnet. Für besonders feine Konturen und ein leichteres Herausschneiden der überflüssigen Schalenstücke, empfiehlt es sich, den Kürbis zunächst entlang der aufgezeichneten Linien mit einer Nähnadel zu punktieren. Anschließend wird das Gesicht vorsichtig herausgearbeitet. Am besten nimmt man sich dabei als Erstes den Mund vor, da sich so die Proportionen des Kürbisgesichts besser einschätzen lassen. Besonders feine Verzierungen können mit dem Teppichmesser, einem kleinen Schneidemesser in U-Form oder einem spitzen, V-förmigen Schnitzmesser für tiefere Kerben geritzt werden.

Der fertig geschnitzte Kürbis sollten kühl und trocken aufbewahrt werden. Um den Kürbis besonders lange haltbar zu machen, können die empfindlichen Schnittstellen mit etwas Vaseline eingerieben werden. Wer nun noch Ideen für das passende Kürbisgesicht sucht, kann sich auf der 11. Bald Belziger Kürbisnacht inspirieren lassen.


Bad Belzig. Mit einem Brennwert von rund 25 Kilokalorien pro 100 Gramm Fruchtfleisch ist der Kürbis eine beliebte Zutat für die leichte Küche. Grund genug, einige der Trendgewächse im eigenen Garten anzubauen. Wer zum Hobbykürbiszüchter werden möchte, braucht vor allem eines: viel Platz.

Die Ranken der Pflanzen können sich bis zu zehn Meter weit ausbreiten. Der Pflanzabstand sollte daher mindestens 150 mal 150 Zentimeter betragen. Zudem vertragen sich Kürbisse nicht mit allen Pflangegraben zen. Kartoffeln, Gurken und Kohl sollten besser nicht in ihrer direkten Nähe angebaut werden. Mais und Kletterbohnen sind hingegen gute Nachbarn.

Bei der Bodenart sind Kürbisse unkompliziert: Die Pflanzen wachsen auf Sandböden ebenso gut wie auf eher lehmigen Böden. Allerdings benötigen Kürbisse als sogenannte Starkzehrer einen humusreichen und gleichmäßig feuchten Boden. Bei einem eher nährstoffarmen Boden kann mit reifem Mist, Kompost oder Hornspänen als Dünger nachgeholfen werden. Da Kürbisse recht wärmebedürftig sind, empfiehlt sich zudem ein sonniger und windgeschützter Standort.

Wer Kürbisse anbauen möchte, hat die Qual der Wahl: Mehr als 200 essbare Sorten gibt es. Sommerfrüchte wie Patisson, Garten- oder Spaghettikürbis versprechen bereits ab August Gaumenfreuden, lassen sich aber zumeist nicht besonders lange lagern. Butternuss oder Muskatkürbis werden als Wintersorten erst Ende September reif. Auch der beliebte Hokkaido-Kürbis ist ein Winterkürbis. Da Hokkaido-Kürbisse zudem weniger Dünger brauchen als viele andere Kürbissorten, eignen sie sich gut für den Anbau auf mineralstoffärmeren Böden.

Das passende Saatgut für den Wunschkürbis erhalten Hobbygärtner im Gartenfachhandel oder in entsprechenden Online-Shops. Auch selbst getrocknete Kürbiskerne können zum Erfolg führen, ergeben aber zumeist kleinere Kürbisse.

Zur Aussaat der Kürbissamen sollte pro Beet eine etwa drei Zentimeter tiefe Mulde gegraben werden, in die wenige Samen gemeinsam gelegt und mit Erde bedeckt werden. Nach etwa einer Woche beginnt die Saat zu keimen. Beim Einsetzen von vorgezogenen Pflänzchen muss darauf geachtet werden, die Wurzelballen nicht zu beschädigen. In kälteren Nächten mit Temperaturen unter fünf Grad sollten die Jungpflanzen zudem mit einem Vlies abgedeckt werden. Ansonsten sind Kürbisse relativ pflegeleicht. Hobbygärtner müssen die Pflanzen aber regelmäßig gießen. jk

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