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Home Sonderthemen Oberhavel Mit Arznei am Steuer?
11:12 12.03.2019
Die erste Ausfahrt mit dem Motorrad nach der Winterpause sollte gut vorbereitet sein. FOTOS: KÜS/DPA

Viele Menschen unterschätzen die Auswirkungen von Arzneimitteln auf ihre Fahrtüchtigkeit. Besonders Schmerzmittel sowie die dauerhafte Einnahme von Medikamenten bei schweren Krankheiten können das Reaktions- und Sehvermögen beeinflussen. Andrea Häußler, Verkehrspsychologin und Gebietsleiterin beim Tüv Süd, rät daher allen Betroffenen zu erhöhter Aufmerksamkeit und selbstverantwortlichem Handeln.

„Wer bei chronischen Krankheiten eine Dauermedikation benötigt, sollte sich den Beipackzettel genau durchlesen und sich nicht leichtfertig hinters Steuer setzen“, sagt Häußler. Aber auch rezeptfrei erhältliche und damit vermeintlich harmlose Medikamente wie Erkältungsmittel können sich negativ auf eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr auswirken. „Aufputschende Medikamente und Mittel, die Alkohol enthalten, beeinflussen die Fahrtüchtigkeit“, warnt die Expertin. Häufige Nebenwirkungen wie zum Beispiel Schwindel, Unruhe und Müdigkeit beeinträchtigen zudem die Reaktionszeit.

Besondere Vorsicht gilt deshalb bei folgenden Medikamentenarten:

■ Schlaf- und Beruhigungsmittel
■ Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen, Epilepsie oder Bluthochdruck
■ Schmerz- und Erkältungsmittel
■ Medikamente gegen Fieber und Entzündungen
■ Allergiemittel
■ Augentropfen

Auch nach Operationen und Krankenhausaufenthalten sowie nach einem Schlaganfall oder bei Diabetes kann die Fahrtauglichkeit beeinträchtigt sein. „Um sich und andere Menschen im Straßenverkehr nicht zu gefährden, sollte jeder Eigenverantwortung übernehmen und bei Unsicherheit lieber einen Fitness-Check absolvieren“, empfiehlt die Verkehrspsychologin.

Wer wissen möchte, ob er unter Medikamenteneinfluss noch sicher fährt, sollte auf jeden Fall seinen Hausarzt und den jeweiligen Facharzt befragen. Der Tüv Süd bietet auf seiner Website außerdem einen Service: Hier können Interessierte ihre Reaktionsfähigkeit testen.

Zu empfehlen ist außerdem eine Trainingsstunde mit einem Fahrlehrer. Dieses Angebot hält beispielsweise der ADAC Berlin-Brandenburg bereit. go

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