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Home Sonderthemen Oberhavel Auftritte im Kleinformat
16:24 23.10.2020
Manuel Manko ist stellvertretender Schulleiter der Musikschule Hennigsdorf und hat mit den Podiumkonzerten eine Reihe für Musikfans geschaffen.
FOTO: STEFAN BLUMBERG

Man könnte sagen, es ist die kleine Mahlzeit zwischendurch: das Podiumkonzert. Die Musikschule Hennigsdorf legte diese Konzertreihe vor drei Jahren auf, um den Nachwuchsmusikern des Hauses weitere Spielmöglichkeiten vor Publikum zu geben. Das war und ist sonst nur bei den vier großen Veranstaltungen möglich: Neujahrskonzert, Frühlingskonzert, Tag der offenen Tür und Weihnachtskonzert (fällt dieses Jahr aus). „Da ist der Andrang immer sehr groß, nicht alle können dort spielen“, sagt Manuel Manko, stellvertretender Leiter der Musikschule Hennigsdorf. „Deshalb hatten wir die Idee, ein Zwischenformat zu entwickeln – übrigens nicht nur ein Angebot für die Musikschüler, sondern auch für Gäste.“ 

Daraus ist das Podiumkonzert geworden, wenngleich in der Entstehungsphase auch schon einmal der Begriff Foyerkonzert herumgeisterte; weil die Absicht bestand, die Reihe immer im Foyer oder Seitenfoyer des Stadtklubhauses stattfinden zu lassen. Da aber beide Räumlichkeiten nicht ständig zur Verfügung stehen, entschied sich die Musikschule, die selbst im Stadtklubhaus ihren Sitz hat, für den Namen Podiumkonzert. Die Praxis bei den bisherigen 13 Konzerten zeigte es, dass die Spielorte innerhalb des Hauses tatsächlich wechselten: Seitenfoyer, Bühne des Saals, Vorbühne des Saals, Foyer.  

Das Konzert dauert immer etwa eine Stunde. „Ein enger Zeitplan“, weiß Manuel Manko. Je nach Länge des vorgetragenen Stückes können zehn bis 15 Programmpunkte berücksichtigt werden. Beteiligt sind meist 20 bis 25 Schülerinnen und Schüler. Die Zeitplanung sei insofern einfach, da nach der Devise „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ verfahren wird. Die Musikschüler tragen sich in eine Liste ein, in der das Stück und dessen Länge notiert werden. Wenn 45 Minuten reine Spielzeit erreicht sind, wird die Liste geschlossen. Runter von der Bühne, rauf auf die Bühne – der Wechsel braucht auch seine Zeit, 60 Minuten sind dann schnell herum. „Stilistisch und thematisch steht es den Schülerinnen und Schülern frei, was sie vortragen möchten“, sagt Manuel Manko. Das passiere selbstverständlich in Absprache mit dem Hauptfachlehrer. Sänger, Sängerin, Band, Cello-Ensemble, Pianist – die Vielfalt bei den Auftritten ist groß. Die etablierte Kurz-Konzertreihe – sie ist kostenlos – gibt Schülern und Schülerinnen unterschiedlicher Instrumentalklassen und kleinen Ensembles die Möglichkeit, ihre aktuellen Stücke vorzutragen. Das nächste Mal wird das am Mittwoch, 11. November, 18 bis 19 Uhr, im Saal des Stadtklubhauses sein. Überhaupt wird immer in der Woche gespielt, mittwochs oder donnerstags, etwa viermal im Jahr.

Wer bei dem Begriff Musikschüler an die ganz jungen Menschen denkt, liegt nur zum Teil richtig. Zu den Musikschülern gehören auch Erwachsene. „Von acht bis 88 Jahren kann alles dabei sein“, sagt der stellvertretende Musikschulleiter und meint damit symbolisch die große Altersspanne. Zuletzt habe eine Mutter mit ihrer Tochter auf einem Podiumkonzert gemeinsam gespielt – beide als Eleven der Musikschule. Eine Hemmschwelle, dass junge und ältere Menschen gemeinsam musizieren, gebe es nicht. Bei Kindern noch weniger, „sie wollen vorspielen“. Sie tun das im Schnitt vor etwa 50 Gästen. Darunter sind meistenteils die Eltern, Geschwister oder Großeltern. Aber eben auch Gäste, die kein Verwandtschaftsverhältnis zum Auftretenden haben.

Manuel Manko, der selbst Cello spielt, zieht nach 13 Veranstaltungen ein positives Fazit. „Es hat sich gelohnt, die Reihe zu beginnen. Von Schülern, Lehrern und Gästen wird sie gut angenommen. Vielleicht ist es eine Überlegung wert, auch an ganz anderen Stätten innerhalb Hennigsdorfs aufzutreten, um noch mehr Menschen eine Freude zu bereiten“, so der Leiter der Musikschule. Von Stefan Blumberg

Zur Musikschule

Die städtische Musikschule hat sich bis heute zu einer kommunalen Einrichtung im Stadtklubhaus Hennigsdorf mit etwa 1300 Schülern und 40 Lehrkräften entwickelt. Neben dem Instrumental- und Gesangsunterricht liegt der Schwerpunkt im frühkindlichen, musikalischen Bereich und der Weiterführung des elementaren Musikunterrichts von Grundschulen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kooperation mit Kitas und Schulen, der zunehmend die musikalisch- kulturelle Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen ermöglicht. Hier werden Hunderte Kinder unterrichtet. Die Schule möchte den Zugang zur musikalischen Bildung für alle Menschen öffnen.

Ab Februar 2021 bietet die Musikschule Hennigsdorf das neue Fach „Elektronische Musik“ an. Mit Computern sowie entsprechender Soft- und Hardware wird Musik komponiert und arrangiert. Gedacht ist der Unterricht nach den Winterferien für Kinder ab elf Jahren und Erwachsene. sb