Menü
Anmelden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg

Home Sonderthemen Jüterbog & Luckenwalde Aufstieg mit Förderung
09:59 25.06.2019
Weiterbildungen können kosten. FOTOS: B.V.JUTRCZENKA/DPA; DPA


40 Prozent des Aufstiegs-Bafög wird als Zuschuss gewährt


■ Das Aufstiegs-Bafög: Wer eine abgeschlossene Erstausbildung hat und sich etwa zum Meister, Techniker, Betriebswirt, Fachwirt, -kaufmann oder -krankenpfleger qualifiziert, kann die „Aufstiegsförderung“ bei seinem Amt für Ausbildungsförderung beantragen. Zur Finanzierung der Lehrgangsgebühren kann einkommens- und vermögensunabhängig ein Beitrag in Höhe der Kosten in Anspruch genommen werden bis maximal 15 000 Euro. 40 Prozent der Förderung wird als Zuschuss gezahlt. Für den Rest der Fördersumme gibt es das Angebot eines zinsgünstigen Darlehens der KfW-Bank.  

■ Der Bildungsscheck:
Das Land fördert mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds (ESF) die betriebliche und individuelle Kompetenzentwicklung von Arbeitnehmern, Selbstständigen sowie anderen haupt- und ehrenamtlich Tätigen in Brandenburg. Die Höhe der Förderung beträgt bei Bildungsschecks 50 Prozent der förderfähigen Gesamtausgaben. Ein Bildungsscheck wird einmal pro Kalenderjahr gewährt. Der Zuschuss ist auf maximal 3000 Euro begrenzt.

■ Die Bildungsprämie: Die Bildungsprämie setzt sich zusammen aus einem Prämiengutschein und dem Weiterbildungssparen. Mit dem Gutschein übernimmt der Staat 50 Prozent der Veranstaltungsgebühr für alle, die das 25. Lebensjahr vollendet haben und erwerbstätig sind. Ihr jährlich zu versteuerndes Einkommen darf 20 000 Euro nicht übersteigen. Mit dem Spargutschein ist eine Entnahme von nach dem Vermögensbildungsgesetz angespartem Guthaben für berufsbezogene Weiterbildungszwecke möglich, ohne dass die Arbeitnehmersparzulage verloren geht.

■ Die Förderung der Weiterbildung in Unternehmen: Diese Unterstützung zur Förderung der Weiterbildung in Brandenburg gilt der Qualifizierung von Beschäftigten auf Basis begründeter Weiterbildungsbedürfnisse mit mindestens 500 und maximal 3000 Euro.

■ Aufstiegsstipendium: Hiermit werden Beschäftigte gefördert, die in Ausbildung und Beruf zwei Jahre Erfahrungen gesammelt und ihr Talent bewiesen haben. Mit Unterstützung des Stipendiums können Menschen ein Studium aufnehmen.  

Egal, ob Ausbildung, Studium, ein freiwilliges soziales Jahr oder „Work & Travel“ im Ausland – für junge Leute beginnt nach Abschluss der Schule eine rasante Zeit mit Herausforderungen. Der neue Ratgeber der Verbraucherzentrale „Ausbildung und Studium“ (FOTO: VZ) bietet für den bewegten Lebensabschnitt Unterstützung und Orientierung mithilfe von Checklisten, Beispielrechnungen und Expertentipps.

Neben der Frage, wie es insgesamt weitergeht, stehen Entscheidungen an: „Wo werde ich wohnen? Wie kann ich meinen Lebensunterhalt finanzieren? Wer kann mich unterstützen?“ Die Suche nach einer Krankenkasse wird genauso zum Thema wie die Steuererklärung oder der erste eigene Mietvertrag.

Das Buch der Journalistin Isabell Pohlmann bietet einen Überblick über die Finanzen, erklärt, welche Rechte und Pflichten Azubis haben, welche Förderung Studenten bekommen oder wie schon junge Menschen ihr Geld möglichst flexibel anlegen können. Auch diejenigen, die nach der Schule noch nicht genau wissen, wo die berufliche Zukunft liegen soll, finden im Ratgeber Tipps zur Überbrückung der Wartezeit.

Info Der Ratgeber „Ausbildung und Studium. Geld, Recht, Versicherungen in einer spannenden Zeit“ hat 160 Seiten und kostet 16,90 Euro. Bestellt werden kann er im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211/38 09 555. Das Buch ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich.


Den Unternehmen fehlten zuletzt mehr als 311 000 Arbeitskräfte im sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Damit erreicht die Lücke laut Mitteilung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) einen der höchsten Werte seit Beginn der Aufzeichnungen vor acht Jahren. Die Industrie will Anstrengungen zur Qualifizierung neuer Fachkräfte weiter verstärken. Gleichwohl plädiert der BDA zusätzlich für ein neues Einwanderungsgesetz.

„Das große Engagement der Unternehmen in der Ausbildung ist erfreulich“, sagt Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ und FDP-Bundestagsabgeordneter. Die Zahl neu abgeschlossener MINT-Ausbildungsverträge habe im vergangenen Jahr mit 151 800 und fünf Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr einen Rekordstand erreicht. „Dennoch zeigen die Zahlen insgesamt weiter einen eklatanten Fachkräftemangel“, so Sattelberger. Damit sei klar: „Die Gesetzgebung zur qualifizierten Einwanderung ist überfällig und dringend notwendig.“

Der demografische Ersatzbedarf steige an, „so dass die Herausforderungen bei der Fachkräftesicherung weiter zunehmen“, erklärt auch der Leiter des Kompetenzfelds Bildung, Zuwanderung und Innovation am Institut der deutschen Wirtschaft, Axel Plünnecke.
  

Datenschutz