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Home Sonderthemen Fläming Betriebskostenabrechnung prüfen
15:15 21.03.2019
Können mitunter ins Geld gehen: die Nebenkosten. FOTOS: JENS BÜTTNER/DPA; DPA

Von Gerald Dietz

In aller Regel landet jedes Jahr die Nebenkostenabrechnung im Briefkasten. Für Abwasser, die Müllbeseitigung und durch Steuern fallen bei einer Wohnung oder auch bei einem Haus zwangsläufig Ausgaben an. Doch viele wissen nicht, welche Aufwendungen rechtmäßig zu den Nebenkosten gehören und vom Vermieter auf seine Mieter umgelegt werden dürfen. Welche Regeln es rund um die Nebenkostenabrechnung gibt, erklären Fachleute der Arag-Versicherung. 

Welche Kosten kann der Vermieter umlegen?

Zunächst einmal kommt der Eigentümer einer Immobilie für die Betriebs-, also die Nebenkosten auf. „Dazu gehören unter anderem die Wasserversorgung, Heizkosten und Entwässerung, Gelder für die Straßenreinigung sowie Müllbeseitigung und Gartenpflege“, sagt der Rechtsanwalt und Spezialist für Mietrecht, Bernd Filsinger. Auch öffentliche Lasten wie die Grundsteuer seien Teil der Nebenkosten, die ein Vermieter auf die Mieter übertragen kann. Allerdings müssen diese Nebenkosten im Mietvertrag ausdrücklich als vom Mieter zu tragen erwähnt sein. Und es gibt auch Ausnahmen. „Was der Eigentümer nicht auf die Mieter umlegen darf, sind Kosten für die Instandhaltung oder -setzung sowie für Reparaturen oder die Hausverwaltung“, so Filsinger.

Darf der Mieter Belege der Abrechnung einsehen?

„Ob Rechnungen der Wasserwerke oder für die Gartenpflege, der Vermieter muss die Belege der Nebenkostenabrechnung zur Einsicht freigeben, wenn der Mieter das verlangt“, so Rechtsanwalt Filsinger. Er habe darüber hinaus die Pflicht, die Kostenpunkte und die gesamte Rechnung übersichtlich und verständlich darzustellen. Ist die Abrechnung falsch oder sind die Kosten für den Mieter nicht nachvollziehbar, muss der Eigentümer die falschen Punkte korrigieren oder aber die Belege liefern. Ebenso sollte in der Abrechnung deutlich erkennbar sein, ob durch Zahlungen des Mieters ein Überschuss entstanden ist, er also eine Rückzahlung bekommt, oder nachzahlen muss.

Bis wann dürfen Nachzahlungen gefordert werden?

Im Idealfall kommt die Nebenkostenabrechnung einmal im Jahr, und das nicht allzu spät. Doch der Zeitkorridor ist rechtlich eindeutig definiert. „Der Vermieter hat bis zu zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums Zeit, die Nebenkostenabrechnung vorzulegen“, weiß Filsinger. Komme die Abrechnung später, muss der Mieter auch die Nachzahlung nicht mehr leisten. Es sei denn, der Vermieter kann nachweisen, dass die verspätete Post nicht seine Schuld ist – etwa mit einer Versandquittung. Der Abrechnungszeitraum muss sich nicht unbedingt mit dem Kalenderjahr decken. Er wird in der Regel im Mietvertrag festgelegt. Wer mit seinem Vermieter eine Pauschale vereinbart hat, muss keine Nachzahlung leisten – sogar wenn die tatsächlichen Kosten höher sind als der vereinbarte Betrag. Allerdings kann es Geld zurückgeben.

Wie werden die Kosten auf die Mieter verteilt?

Gerade in Häusern mit mehreren Wohnungen oder verschiedenen Eigentümern sollten die Kosten fair aufgeteilt werden – schließlich möchte niemand für den Verbrauch eines anderen aufkommen. Laut Filsinger können die Nebenkosten entweder nach der Kopfzahl, Wohnfläche oder dem Miteigentumsanteil umgelegt werden. „Haben Mieter und Vermieter nicht ausdrücklich im Mietvertrag etwas anderes vereinbart, gilt die Wohnfläche als Verteilerschlüssel“, sagt der Anwalt. Wasserkosten etwa können aber auch mit Hilfe von Wasseruhren verbrauchsabhängig abgerechnet werden. So zahlt jeder Mieter nur die Menge an Wasser und Abwasser, die er selbst auch tatsächlich verbraucht hat.


Massagen können steuerlich als „außergewöhnliche Belastung“ gelten. FOTO: MONIQUE WÜSTENHAGEN/DPA
Massagen können steuerlich als „außergewöhnliche Belastung“ gelten. FOTO: MONIQUE WÜSTENHAGEN/DPA

Wer größere Kosten hat als die meisten anderen Steuerzahler mit ähnlichem Einkommen, Vermögen und Familienstand, der hat oft sogenannte außergewöhnliche Belastungen. Sind diese Ausgaben zwangsläufig und unvorhersehbar entstanden, können sie laut Gesetz die Steuerlast mindern. Unterschieden wird dabei zwischen besonderen und allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen. Steuerzahler sollten diese Kosten im Zweifel angeben.

Zu den allgemeinen Belastungen gehören vor allem Krankheitskosten. Kosten für Brille oder Zahnersatz, Zuzahlungen zu Kuren oder Arzneien – „das sind die Klassiker, die in der Regel bei den meisten anfallen“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Ebenso können dazu Kosten zählen, die Folge schwerer Unwetter sind. Das andere sind die besonderen außergewöhnlichen Belastungen. „Das ist etwa ein auswärtig untergebrachtes Kind, im Internat oder zum Studium in einer anderen Stadt“, so Klocke. Die Liste ist lang. Im Zweifel lohnt es sich immer, Ausgaben anzugeben. Schlimmstenfalls werden sie nicht anerkannt.

Die beiden Arten von außergewöhnlichen Belastungen werden unterschiedlich berechnet. Für die besonderen Belastungen gibt es feste Freibeträge. Die sind unabhängig vom Einkommen. Dazu gehören Pauschbeträge etwa für Pflegende. Steuerlich machen sich diese sofort bemerkbar. Etwas anders ist das bei den allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen wie den Krankheitskosten. Hier gilt generell: Absetzbar ist erst das, was die sogenannte zumutbare Belastung überschreitet. Das ist der Betrag, den Steuerzahler selber schultern müssen.

Diese Grenze wird immer individuell berechnet und liegt zwischen ein und maximal sieben Prozent des Einkommens. Ausschlaggebend ist neben den Gesamteinkünften eines Einzelnen oder Ehepaares die Anzahl der Kinder. „Wer mehrere Kinder und ein kleines Einkommen hat, ist schneller in dem Bereich, dass er etwas geltend machen kann, als vielleicht ein Single, der gut verdient und auch keine Kinder hat“, so Klocke.


Der brandenburgische Verbraucherschutzminister Stefan Ludwig (Linke) und die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) haben erstmals eine mehrjährige Fördervereinbarung unterzeichnet. Diese sichert die Verbraucherberatung sowie den Einsatz für die Rechte von Konsumenten der Organisation im Land bis Ende 2022.

Einen Schwerpunkt legen die Verbraucherschützer dabei besonders auf die Versorgung im ländlichen Raum.

„Die VZB hat sich seit ihrer Gründung 1990 zur wichtigsten Verbraucherschutzorganisation des Landes entwickelt“, so Ludwig. Dabei reagiere sie auf aktuelle Entwicklungen, wie die gesellschaftlichen und demografischen Veränderungen in Brandenburg, die voranschreitende Informationsgesellschaft und die europäische Gesetzgebung.

Mit der langfristigen Finanzierung erreiche der VZB eine bessere Planbarkeit der Verbraucherschutzarbeit, sagt Geschäftsführer Christian Rumpke zu der Vereinbarung über die Förderung. So könnten etwa Ansätze für mehr Verbraucherschutz im ländlichen Raum nachhaltig entwickelt werden. „Auch die Digitalisierung spielt für die Menschen in Brandenburg eine zunehmende Rolle“, so Rumpke weiter. Die VZB wolle daher einerseits den Weg weitergehen, mehr digitale Angebote zur Verbraucherinformation zu schaffen, und andererseits die Beratungen zu Problemen in der digitalen Welt verstärken.

Mit dem Abschluss der Vereinbarung will das Ministerium eine zentrale Maßnahme aus der Verbraucherpolitischen Strategie des Landes Brandenburg umsetzen.


Wenn ein Chef Mitarbeitern ein Geschenk macht, kann er die Ausgaben in der Regel in voller Höhe steuerlich absetzen. Zugleich muss aber auch der Mitarbeiter beim Fiskus angeben, dass er das Geschenk erhalten hat. Darauf macht die Arag-Versicherung aufmerksam. Denn solche Geld- oder Sachgeschenke unterliegen als geldwerte Vorteile der Lohnsteuer. Es gibt jedoch Ausnahmen, in denen sie steuerfrei bleiben. So unterliegt das Geschenk vom Chef nicht dem Lohnsteuerabzug, wenn es maximal 60 Euro gekostet hat und einem besonderen persönlichen Anlass galt.

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