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Home Sonderthemen Jüterbog & Luckenwalde Alte Solaranlagen bald ohne Förderung
11:33 24.04.2020
Solarstrom kann sich auch nach Auslaufen der Förderung lohnen. FOTO: BSW SOLAR

Mit der Verabschiedung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im März 2000 wurde es für Hauseigentümer erstmals rentabel, in Photovoltaikanlagen auf dem Dach zu investieren. Für selbst produzierten Strom gab es garantierte Einspeisevergütungen, die anfangs bei etwa 50 Cent pro Kilowattstunde lagen.

Am 1. Januar 2021 fallen die ersten Anlagen aus der Förderung heraus. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass die Eigentümer ihre Solaranlagen danach stilllegen müssen, voso das Solar Cluster Baden-Württemberg. Netzanschluss und Abnahme des Stroms sind aufgrund des EEG weiter gewährleistet. Mit Wegfall der Einspeisevergütung besteht jedoch keine Vergütungspflicht mehr. Oft könne es sinnvoll sein, die Anlage auf Eigenverbrauch umzustellen und dafür etwa Batteriespeicher nachzurüsten, empfiehlt Franz Pöter vom Solar Cluster.

Der Bundesverband Solarwirtschaft rechnet damit, dass im Jahr 2021 für zunächst 10 000 Photovoltaik-Anlagen die Einspeisevergütung entfällt. Bis 2026 steigen die Zahlen auf 200 000 Anlagen jährlich. Die ersten Solaranlagen waren in der Herstellung sehr teuer, ihr Betrieb lohnte sich zunächst nur durch die hohe garantierte Vergütung. Inzwischen sind die Investitionskosten abgeschrieben, die Module können aber in der Regel noch für mindestens zehn weitere Jahre Strom erzeugen. Um den Solarstrom selbst zu verbrauchen, sei in der Regel nur ein kleiner Umbau am Zählerschrank notwendig. „Je nach Größe der Anlage und des Stromverbrauchs können typischerweise rund 20 bis 30 Prozent des Solarstroms ganz einfach genutzt werden“, so Pöter. „Wer den Anteil noch erhöhen will, verlagert den Stromverbrauch von Geschirrspülmaschine oder Waschmaschine ebenfalls in die Mittagszeit.“ So kann man 30 bis 40 Prozent des Solarstroms selbst verbrauchen.

Solarstrom vom Dach kostet bei den abgeschriebenen Kleinanlagen nur noch netto rund zwei bis vier Cent pro Kilowattstunde – es sind ja lediglich Ausgaben für Zähler, Wartung, Reparaturen und Versicherung aufzuwenden. Hinzu kommen rund 2,7 Cent pro Kilowattstunde anteilige EEGUmlage. Im Vergleich zum Netzstrom kommt eine Ersparnis von rund 20 Cent pro Kilowattstunde zusammen. Mit Batteriespeichern lässt sich der Eigenverbrauch auf bis zu 70 Prozent erhöhen.

Besonders lukrativ ist die Erhöhung des Eigenverbrauchs für E-Auto-Besitzer. Nutzt ein Elektroauto den normalen Haushaltsstrompreis von netto 26 Cent pro Kilowattstunde, verursacht es auf 100 Kilometer Fahrtkosten von rund fünf Euro. Mit eigenem Solarstrom ist es weniger als ein Euro. Auch mit einer Wärmepumpe als Heizsystem lässt sich der Eigenverbrauch gewinnbringend steigern. net
  

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