Menü
Anmelden
Wetter Gewitter
24°/21°Gewitter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg

Home Sonderthemen Kyritz Altbau klimagerecht
13:17 03.03.2020
FOTO: RONALD TILLEMAN

Von Ulrich Nettelstroth

Die meisten Menschen in Deutschland wohnen in teilweise jahrzehntealten Gebäuden. Deren Energiebilanz ist oft schlecht, auf sie aber kommt es an, wenn der Verbrauch der Wohngebäude insgesamt deutlich sinken soll. Umfassende Sanierungen unterbleiben, weil die Kosten hoch sind. Einen neuen Ansatz bildet hier das aus den Niederlanden stammende Energiesprong-Konzept. Dabei wird das Haus mit einer vorgefertigten Wärmeschutzhülle ummantelt und außerdem das Dach mit Solarzellen belegt. So werden aus Altbauten moderne Nullenergiehäuser, die so viel Energie erzeugen, wie die Bewohner verbrauchen.

In Deutschland wurde Ende 2019 ein Pilotprojekt in Hameln (Niedersachsen) gestartet. Die drei Häuser standen seit fünf Jahren leer, der Schwamm hatte sich im Inneren ausgebreitet. Und die Umgebung galt vielen in der Weserstadt als sozialer Brennpunkt. Jetzt sind Gebäude und Quartier in positivere Schlagzeilen gerückt. Durch eine Sanierung mit vorgefertigten Dach- und Fassadenelementen, nachhaltiger Heiztechnik und Stromerzeugung wird das Gebäude auf den NetZero-Standard gebracht. Die Gebäude erzeugen mehr Energie als die Bewohner für Raumwärme, Warmwasser und Hausgeräte benötigen.

In den Niederlanden wurde das Konzept Energiesprong etwa in Tilburg erprobt. FOTO: DENA
In den Niederlanden wurde das Konzept Energiesprong etwa in Tilburg erprobt. FOTO: DENA

Die Fassadenteile mit Lärchenholz-Verschalung beinhalten neben einem umfassenden Dämmpaket aus Recycling-Glaswolle auch die Fenster und dezentrale Lüftungselemente mit Wärmerückgewinnung. Anschließend folgen die Dachelemente, die Kellerdecke wird ebenso mit 20 Zentimeter Dämmung versehen. Dank geringer Transmissionswärmeverluste erreicht das Gebäude den hocheffizienten KfW55-Standard. Photovoltaikanlagen auf dem Dach erzeugen CO2-neutralen Strom. Eine Wärmepumpe mit Speichern versorgt die drei Gebäude des Wohnblocks mit Heiz- und Warmwasser. Alle Wohnungen erhalten neue Heizkörper. Eine Ultra-Filtrationsanlage garantiert den effizienten Betrieb der Wärmepumpe.

Grundlage für die Sanierung ist ein 3-D-Scan des Gebäudes. Danach wurden die Bauelemente – Fassade, Dach, Technikeinheit – in einer Fabrik passgenau produziert. Ihre Anlieferung und Montage benötigt wenige Wochen anstatt wie bisher Monate. „Der hohe Vorfertigungsgrad beim seriellen Sanieren ermöglicht es, deutlich kostengünstiger und schneller zu modernisieren“, sagt Stefanie Binder von der BHW Bausparkasse. „Das macht es so attraktiv.“ In den Niederlanden sind schon etwa 4500 Wohngebäude so modernisiert worden.

Das Verfahren soll sich zukünftig auch für Einfamilienhäuser eignen. „Sobald es standardisierte, skalierbare Bauelemente gibt, besteht hier ein enormes Potenzial mit zahlreichen Vorteilen für Eigenheimbesitzer“, sagt Kristina Zimmermann von der Deutschen Energie-Agentur. Energetische Sanierungen würden leichter planbar.


Stufen auswechseln

Es ist schnell passiert: Beim Tragen von sperrigen Gegenständen über die Treppe bleibt man leicht mal an einer Stufe hängen. Manchmal ist es nur eine Delle oder ein Kratzer, der auf dem Holz zurückbleibt, manchmal ist eine ganze Ecke abgesplittert. Bei freitragenden Holztreppen, die in der Wand verankert sind, ist es in der Regel kein Problem, Stufen einzeln auszutauschen.

Anders sieht das bei Treppen mit einer zusammenhängenden Unterkonstruktion aus: Bei solchen sogenannten Wangentreppen war es bisher nicht möglich, schadhafte Stufen zu ersetzen, ohne dafür die ganze Treppe zu zerlegen. Denn die Beläge sind dort fest in die Konstruktion eingepasst. Es gibt jedoch auch für solche festen Unterkonstruktionen eine Möglichkeit, Stufen unkompliziert auszutauschen: Mithilfe eines Spezialbeschlages lassen sich beschädigte Teile mit wenigen Handgriffen lösen.

„Das funktioniert bereits innerhalb weniger Minuten“, freut sich Andrea Köcher, die Geschäftsführerin der Treppenmeister-Partnergemeinschaft. net

3
/
10
Datenschutz