Menü
Anmelden
Wetter wolkig
30°/14°wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg

Home Sonderthemen Fläming Alles paletti im Hochbeet
08:04 07.04.2020
Hochbeete für Garten oder Terrasse können mit Einwegpaletten aus Holz selbst gemacht werden. 
FOTOS: OLAF HERZOG, FOTOLIA

Die Tomate rankt in die Höhe, üppige Blumen blühen um die Wette, flankiert von Kräutern wie Liebstöckel und Oregano. „Im ersten Jahr explodiert alles geradezu“, beobachtete auch Ausbilder Olaf Herzog, der unter anderem in Potsdam mit geflüchteten Menschen Hochbeete im Rahmen des Integrationsprojekts Avada gebaut und bepflanzt hat. Die Pflanzkisten ließen sich auch von Hobbygärtnern problemlos selbst herstellen, sagt Olaf Herzog. 

Der Angestellte bei der Internationaler Bund Berlin-Brandenburg gGmbH ist zudem aktiv in der Arbeitsgruppe „Green IB“, die nachhaltige Ideen in den Arbeitsalltag integriert. Er selbst hat solche Pflanzkisten auch schon für seinen Garten hergestellt. „Das ist in einem Tag erledigt und lässt sich sogar allein bewerkstelligen“, macht er Mut. Besonders nachhaltig ist es, auf Einwegpaletten aus Holz zu setzen. Die sehen als Hochbeet umfunktioniert nicht nur gut aus, sondern werden sonst nach dem einmaligen Einsatz für den Transport entsorgt, im Gegensatz zu Europaletten. Olaf Herzog konnte die Einwegpaletten über ein Möbelhaus erhalten.

Für ein Hochbeet benötigt man fünf solcher Paletten. „Wichtig ist es, darauf zu achten, dass diese nicht chemisch behandelt worden sind“, erklärt der Potsdamer. Chemisch behandelte Paletten tragen die Kennzeichnung MB, ist HT aufgedruckt, wurden sie indes hitzebehandelt und sind ideal fürs Hochbeet. Ebenfalls für den Bau gebraucht werden noch eine Säge, ein Akkuschrauber, Schrauben, eine Folie, Erde, ein Tacker sowie Hasendraht.

Es empfiehlt sich, die Paletten so zu verschrauben, dass die Standfläche nach außen zeigt. So entstehen Halterungen für Blumentöpfe, die sehr dekorativ aussehen. Während vier Paletten zusammengeschraubt ein Quadrat bilden, dient die Fünfte als Zwischenebene und wird auf halber Höhe angebracht. „Denn so tief gehen die Wurzeln nicht“, sagt Olaf Herzog. Zunächst muss die Kiste mit der Folie ausgekleidet werden, die zum besseren Halt ans Holz getackert wird. Der Tipp vom Fachmann: „Die Folie unten nicht ganz dicht lassen, denn sonst bildet sich unerwünschte Staunässe. Am besten ein paar Löcher hineinpieken. Außerdem mache ich unter die Folie noch Hasendraht, was Mäuse abhalten soll.“

Die Erde – herkömmlicher Mutterboden reicht völlig aus – nicht einfach in die Folie schaufeln. „Zuerst kommt eine Schicht aus grobem Material, zum Beispiel getrocknete Äste, kleine Steine oder Tonscherben, dann eine zweite Schicht mit feineren Zweigen und Pflanzenresten, darauf dann die Erde“, so Herzog. Mit dem Bepflanzen wartet er bis Mai, denn früher kann eine Frostnacht viel zunichtemachen. Und was wird angepflanzt? Von Blumen über Kräuter bis hin zu Gemüse sind kaum Grenzen gesetzt. „Auch eine Kartoffelpflanze macht sich gut, denn die blühen wunderschön“, meint er. Weiterer Vorteil eines Hochbeets: Der Gärtner arbeitet und erntet rückenschonend. Olaf Herzog rechnet damit, dass ein Hochbeet aus Paletten mindestens fünf Jahre hält. Von Claudia Braun


Corona-Krise trifft auch Hausbesitzer

Durch die Corona-Krise geraten derzeit viele Menschen in Not. Wer sich für den Erwerb von Wohneigentum verschuldet hat, kann möglicherweise wegen Einnahmeausfällen Raten nicht mehr bezahlen. Dann ist es möglich, Zins- und Tilgungsraten bis zu drei Monaten auszusetzen und einen sogenannten Lastenzuschuss zu beantragen. Darauf macht Axel Guthmann aufmerksam, Leiter der Bundesgeschäftsstelle der LBS-Bausparkasse.

Ähnlich wie beim Wohngeld für Mieter richtet sich der Lastenzuschuss nach dem Einkommen, Zahl der Haushaltsmitglieder und Wohnkosten. Bei Selbstnutzern, die wegen Corona unter Hartz IV fallen, übernimmt die Kosten der Unterkunft das Jobcenter. „Es wäre wünschenswert, dass die damit verbundene Angemessenheitsprüfung in Ausnahmesituationen wie diesen zugunsten der Betroffenen gehandhabt wird“, betont Guthmann. Er befürchtet, dass auch Kleinvermieter durch die Krise getroffen werden, infolge des Kündigungsschutzes bei Mietrückständen. Für manche Vermieter könne nun die Finanzierung wackeln, bei anderen seien die Alterseinkünfte gefährdet. Ein staatlicher Wohnkostenfonds könnte hier zu einem Interessenausgleich beitragen, regt Guthmann an.


Liguster ist kein Langweiler

Der robuste und wuchsstarke Busch eignet sich nicht nur für eine Formhecke

Betrug per Anruf: Täter wollen Geld erbeuten.
Betrug per Anruf: Täter wollen Geld erbeuten.
Distelfalter auf Ligusterblüten. FOTO: PIXABAY/FRAUKE RIETHER

Der Liguster ist eine Pflanze mit zwei Gesichtern. Neben Buchsbaum und Eibe ist der immergrüne Busch eine klassische Wahl für die akkurat gestutzt Schnitthecke. Schon in historischen Barockgärten ist die wuchsstarke Pflanze anzutreffen.

Der Liguster hat aber eine andere Seite. Lässt man ihn frei wachsen, als Strauch oder in einer Wildhecke, kann er bis zu fünf Meter Höhe erreichen. Aber vor allem bildet er im Frühsommer üppige weiße Blüten aus, die bei Insekten beliebt sind. Im Spätsommer und Herbst trägt er schwarze Beeren, die von Vögeln gefressen werden, für Menschen aber leicht giftig sind. Vielen Gartenbesitzern ist das gar nicht bekannt, weil eine regelmäßig geschnittene Hecke nie zur Blüte kommt und auch keine Früchte trägt.

Wahrscheinlich leitet der Liguster seinen Namen vom lateinischen Wort ligare für binden oder flechten ab, weil die Triebe wie Weidenruten zum Flechten von Körben verwendet wurden. Beliebt sind die Pflanzen, weil sie schnell wachsen und sich gegen Begleitgehölze wie Ahorn und Birke durchsetzen können.

Bei der Neuanlage werden im Herbst oder Frühjahr vier bis fünf Sträucher pro Meter gepflanzt und danach kräftig zurückgeschnitten, damit sie sich gut verzweigen.

Wer die Ligusterblüte erleben will, darf vor allem im Frühjahr nicht schneiden. Dann bilden sich im Juni intensiv duftende, weiße Blütentrauben, die mitunter von Schmetterlingen umlagert sind. Im vergangenen Jahr war an vielen Stellen in Brandenburg ein besonderes Schauspiel zu beobachten. Es kam, wie der Naturschutzbund Nabu berichtet, zu einem Masseneinflug von Distelfaltern, die in großer Zahl vor allem auf blühenden Ligusterhecken zu beobachten waren. Der mit bis zu sechs Zentimeter Flügelspannweite relativ große Falter verbringt den Winter im Mittelmeergebiet und überquert im Frühling auf seinem Weg nach Mitteleuropa teilweise sogar die Alpen. Vögel mögen nicht nur die Früchte des Ligusters, sondern bauen auch gerne ihre Nester im dichten Astwerk der Heckenpflanze.

Liguster ist eine sehr gutmütige Pflanze. So macht es ihm nichts, im einen Jahr stark und im anderen Jahr gar nicht beschnitten zu werden. Es ist auch möglich, eine streng beschnittene Form- in eine freiere und höhere Wildhecke übergehen zu lassen. net
        

Datenschutz