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Home Sonderthemen Oberhavel Alleinerziehende entlastet
16:27 16.10.2020
Alleinerziehende trifft die Pandemie heftig. Entlastung bringt der Fiskus.
fotos: Patrick Pleul/dpa; dpa

Noch bis Ende des kommenden Jahres werden Alleinerziehende steuerlich stärker entlastet. Durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz hat sich der jährliche Freibetrag, den alleinerziehende Mütter und Väter über die Steuerklasse II erhalten, um mehr als das Doppelte erhöht: Zu den noch bis zum vergangenen Sommer gültigen 1908 Euro sind 2100 Euro hinzugekommen – jeweils für 2020 und 2021. Darauf weist der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) hin.  
 
Alleinerziehende sollten aber genau prüfen, ob der Freibetrag auch eingetragen wurde und bis Dezember die 2100 Euro berücksichtigt werden. Fehlt er, können sich Betroffene an ihr zuständiges Finanzamt wenden. Die bereits seit Juli in Kraft getretene Änderung kann demnach später auch noch über die übliche Steuererklärung beantragt werden.

„Bei Arbeitnehmern wird der Freibetrag beim Lohnsteuerabzug über die Steuerklasse II berücksichtigt, sodass die Steuerzahler in der Regel automatisch von der Entlastung profitieren“, erklärt Isabel Klocke vom Steuerzahlerbund. Kann der Freibetrag in der zweiten Jahreshälfte 2020 nicht mehr beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden, zum Beispiel weil das Arbeitsverhältnis beendet wurde, kann die steuerliche Entlastung mit der Steuererklärung nachgeholt werden. Das gilt auch für Alleinerziehende, die keine Arbeitnehmer sind.

„Nach unserer Information tragen die Finanzämter den erhöhten Freibetrag von sich aus in die sogenannten elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale ein“, lobt aber Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des BVL. Weil die Änderung seit 1. Juli gilt, wird der Jahresfreibetrag auf die bis Dezember verbleibenden Monate verteilt. Somit sind schon seit Juli in jedem Monat insgesamt 350 Euro (also 2100 durch sechs Monate) Freibetrag zu berücksichtigen. Ein Alleinerziehender mit einem monatlichen Bruttolohn von 2000 Euro hat dadurch monatlich rund 85 Euro mehr Nettolohn zur Verfügung, hat der BVL errechnet. Bei 3000 Euro Bruttolohn beträgt die monatliche Entlastung demnach 105 Euro.

Mit der Erhöhung soll die besondere Belastung von Alleinerziehenden durch die Folgen der andauernden Corona-Pandemie abgefedert werden. Der zusätzliche Entlastungsbetrag ist auch bei Einkommensteuer-Vorauszahlungen zu berücksichtigen. Wer als Alleinerziehender vierteljährlich Einkommensteuer vorauszahlt, kann vor dem nächsten Zahlungstermin eine Anpassung des Vorauszahlungsbescheides beantragen. Der Antrag ist formlos.

Alleinerziehende mit mehreren Kindern erhalten zusätzlich einen weiteren Erhöhungsbetrag. Ab dem zweiten Kind kommen dabei je Kind 240 Euro hinzu. Für diese weitere Entlastung ist jedoch ein gesonderter „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ mit der Anlage Kinder beim Wohnsitzfinanzamt erforderlich. Mitglieder von Lohnsteuerhilfevereinen können damit ihre Beratungsstelle beauftragen. Von Gerald Dietz

Zusätzlicher Freibetrag
                 

Alleinerziehenden mit mehreren Kindern steht ein zusätzlicher Freibetrag von 240 Euro pro Kind zu. Dieser Freibetrag wird aber weiterhin nur auf Antrag berücksichtigt.

Daher sollten Alleinerziehende den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung mit Anlage „Kind“ beim zuständigen Finanzamt stellen, rät Isabel Klocke vom Steuerzahlerbund.

Wer diesen Antrag bereits gestellt hatte, braucht voraussichtlich nicht erneut tätig werden. Die Vordrucke stehen etwa online unter www.formulare-bfinv.de zur Verfügung

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